Das Vermächtnis von Hermann Schüßler: Ein Woldegker Baumeister schrieb Stadtgeschichte
Hermann Schüßler: Baumeister prägte Woldegks Geschichte

Das beeindruckende Vermächtnis eines Vorfahren, der Geschichte schrieb

Friedrich-Ernst Wilfarth und Thomas Wilfarth beschäftigen sich intensiv mit ihrer faszinierenden Familiengeschichte, zu der auch ein Wappen gehört, das vermutlich aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges stammt. Hermann Schüßler, ein geborener Wilfarth, prägte die Stadt Woldegk nachhaltig durch seine Bauten und Forschungen und hinterließ eine bedeutende Stadtchronik. Nicht nur seine direkten Nachfahren halten die Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Mann hoch.

Die Ursprünge der Wilfarth-Familie

Es war wohl ein Veteran des Dreißigjährigen Krieges, von dem die Woldegker Wilfarths abstammen. „Sophus Wilwart war krank in Pommern liegengeblieben“, konnte ein Nachfahre Jahrhunderte später in mühevoller Recherchearbeit herausfinden. Er war jedoch nicht so erkrankt, dass er sich nicht dauerhaft niederlassen konnte. Möglicherweise erhielt er als Entlohnung für seine Dienste ein Stück Land, vielleicht war es aber auch eine Frau, die ihn zum Bleiben bewog. Die genauen Umstände bleiben im Dunkel der Geschichte verborgen.

Was Friedrich-Ernst Wilfarth, ein gebürtiger Woldegker, mit Sicherheit weiß, ist dass sich sein Familienstammbaum bis ins Jahr 1699 zurückverfolgen lässt. Vermutlich war es ein Nachkomme von Sophus Wilwart, der sich in Woldegk ansiedelte. Sein Name war Hinrich Wilfarth. Der Mann, der diese Zusammenhänge erforscht hat, hieß Hermann Schüßler. Obwohl bereits 1966 verstorben, ist dieser Name in Woldegk noch immer präsent.

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Hermann Schüßlers prägendes Wirken

Hermann Schüßler hat der Stadt Woldegk ein vielfältiges Erbe hinterlassen. Dazu zählen:

  • Gebäude, die er geplant und errichtet hat
  • Institutionen, die er ins Leben rief
  • Der Ehrenhain, für dessen Entstehung er sich engagierte
  • Historische Unterlagen zur Stadtgeschichte, die er fand und archivierte
  • Funde aus Stein- und Bronzezeit mit detaillierten Grabungsberichten und Skizzen

Die Liste seiner Hinterlassenschaften ließe sich noch deutlich erweitern, was das umfangreiche Wirken dieses Mannes unterstreicht, dem übel mitgespielt wurde.

Ein tragisches Schicksal im Alter

Im Alter von 73 Jahren wurde Hermann Schüßler enteignet und aus Woldegk ausgewiesen. Diese traumatischen Ereignisse fanden in den Nachkriegsjahren statt. Er zog zu seinen erwachsenen Kindern nach Salzwedel. Hermann Schüßler hatte drei Kinder, wobei sein Sohn Friedrich im Krieg gefallen war.

Neben seinen umfangreichen schriftlichen Aufzeichnungen hinterließ Hermann Schüßler auch ein beeindruckendes Bildarchiv zu Woldegk, das heute von unschätzbarem historischem Wert ist.

Das Familienhaus kehrt zurück

Manchmal schließt sich der Kreis auf besondere Weise. Zumindest das Gebäude, das Hermann Schüßler einst weggenommen wurde, befindet sich heute wieder im Besitz der Wilfarth-Familie. Der Sohn von Friedrich-Ernst Wilfarth hat es erworben. Bei diesem Gebäude handelt es sich um ein in Woldegk als ehemalige Zahnstation bekanntes Haus in der Burgtorstraße. Hier wuchs Hermann Schüßler auf, hier lebte er mit seiner Frau und den Kindern, und hier war auch das Baugeschäft Schüßler ansässig.

Von Wilfarth zu Schüßler

Interessanterweise war Hermann Schüßler eigentlich ein geborener Wilfarth. Er erblickte am 11. Mai 1873 in Woldegk als achtes Kind des Schlachtermeisters Wilfarth das Licht der Welt. Seine Mutter verstarb, als er anderthalb Jahre alt war. Eine kinderlose Wilfarth-Cousine, die mit dem Maurermeister Schüßler verheiratet war, nahm den Jungen bei sich auf. Das Kind erhielt den Nachnamen seiner neuen Eltern: Schüßler.

Ein Baumeister prägt das Stadtbild

Der junge Hermann übernahm später das Baugeschäft des Maurermeisters Schüßler. In die Zeit von Hermann Schüßler fällt der Bau zahlreicher stadtprägender Gebäude, wie beispielsweise des heutigen Amtsgebäudes der Stadt Woldegk. Friedrich-Ernst Wilfarth, der dank seines Vorfahren über ein außergewöhnliches Archiv verfügt, betont: „Solche Sammlungen gibt es nicht häufig.“

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Hermann Schüßler, ein Urgroßonkel von Friedrich-Ernst Wilfarth, hinterließ einen Nachlass, der nicht nur die Familiengeschichte der Wilfarths beleuchtet, sondern sich intensiv mit Schüßlers und Wilfarths Heimatstadt Woldegk befasst. Kein Archiv war Hermann Schüßler zu weit, um seiner Forschung nachzugehen.

Eine monumentale Stadtchronik entsteht

Als er seine Recherchen zur Heimatforschung betrieb, existierte weder Internet noch andere Möglichkeiten, schnell und unkompliziert an Informationen zu gelangen. Dennoch gelang es ihm, eine umfassende Stadtchronik für Woldegk anzulegen. Sie beginnt mit:

  1. Vor- und frühgeschichtlichen Entwicklungen
  2. Geologischen Besonderheiten der Region
  3. Fauna und Flora des Gebietes
  4. Der eigentlichen Stadtgründung

Nichts hat Schüßler in seiner Chronik ausgelassen: Befestigungs- und Schutzanlagen, die Kriege und Fehden, denen sich Woldegk seit seiner Gründung stellen musste, das 16. Jahrhundert mit den Hexenverfolgungen, das historische Wirken der jeweiligen Stadtverwaltungen, das Gerichtswesen, Handwerk und Gewerbe, das Schulwesen, Handel, Verkehr, Post und Eisenbahn oder die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Hinzu kommen unzählige Bilder, die unter anderem Woldegker Ansichten und das Alltagsleben in der Stadt dokumentieren. Viele stammen aus der Zeit um 1905 – ein wahrer historischer Schatz.

Großzügigkeit gegenüber der Heimatstadt

Hermann Schüßler bewies bemerkenswerte Großzügigkeit: Noch zu Lebzeiten schenkte er einen beträchtlichen Teil seiner Sammlung der Stadt Woldegk. Das Grab von Hermann Schüßler befindet sich auf dem Woldegker Friedhof. Die Grabstelle steht unter Denkmalschutz und würdigt damit sein Lebenswerk.

Die Wilfarths, deren Stammbaum einst ein kriegsversehrter Söldner des Dreißigjährigen Krieges begründete, leben noch immer in Woldegk und der umliegenden Region. Sie sind nach wie vor als Landwirte wie Friedrich-Ernst Wilfarth oder im Handwerk tätig wie Thomas Wilfarth, der Geschäftsführer von Küchen-Wilfarth ist. Das Erbe von Hermann Schüßler bleibt somit in der Region lebendig und wird von Generation zu Generation weitergetragen.