Templin startet Gesprächsreihe 'Meckern erlaubt' für konstruktiven Austausch
Templin: Neue Gesprächsreihe 'Meckern erlaubt' startet

Templin startet innovative Gesprächsreihe für offenen Austausch

In Templin entsteht ein neuer Raum für ehrliche Gespräche und konstruktiven Austausch. Die Evangelische Kirchengemeinde Templin und die Stephanus-Stiftung haben gemeinsam die Veranstaltungsreihe „Meckern erlaubt. Zuhören erwünscht. Nachfragen erbeten!“ ins Leben gerufen, die bewusst darauf abzielt, Menschen mit unterschiedlichen, teilweise sogar entgegengesetzten Meinungen an einen Tisch zu bringen.

Mehr als nur Frustabbau

„Wir wollen mehr anbieten als nur einen Mülleimer, in den man alles einfach hineinwerfen kann“, betont Charlotte Biermann, Pressesprecherin der Stephanus-Stiftung. „Ärger soll geäußert werden, Zuhören ist erwünscht und Nachfragen erbeten. Vielleicht entstehen dabei auch Ideen, aus denen etwas wachsen kann.“ Der Fokus liegt dabei bewusst auf dem Leben vor Ort mit all seinen Herausforderungen und Fragen, die die Kommune beschäftigen.

Die Initiatoren verfolgen mit diesem Format mehrere Ziele:

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  • Einen geschützten Raum für offene Meinungsäußerung schaffen
  • Das Zuhören und Aushalten anderer Positionen fördern
  • Gemeinsam ausloten, wie viel Verschiedenheit in einer Gesellschaft möglich ist
  • Konstruktiven Umgang mit unterschiedlichen Standpunkten entwickeln

Struktur der Gesprächsabende

Die Veranstaltungen folgen einem partizipativen Ansatz. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde entscheiden die Teilnehmenden selbst, worüber sie sprechen möchten. An jedem Abend ist zusätzlich eine Gastperson eingeladen, die den Prozess begleitet und ihre eigenen Erfahrungen teilt.

„Die jeweiligen Gäste werden zuhören, nachfragen und zwischendurch schildern, wie sie den Ärger und das Zuhören erleben – und was ihnen dabei durch den Kopf und durch das Herz geht“, erklärt Charlotte Biermann das Konzept.

Auftakt mit politischer Bildung

Der erste von vier Terminen findet am 10. März um 19 Uhr im Grammsaal des Waldhofes Templin statt. Als Gast wird Dr. Jana Steinke erwartet, die kommissarische Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung Brandenburg.

„Mich interessiert, was andere Menschen bewegt und was passiert, wenn wir mit Respekt für den anderen ins Gespräch kommen“, sagt Steinke. „‚Meckern erlaubt‘ lädt Menschen dazu ein, darüber zu sprechen, was ihnen auf dem Herzen liegt – und dabei zu merken, dass andere zuhören und mitdenken.“

Moderation und philosophischer Hintergrund

Die Gesprächsrunden werden von Ingmar Bechstein, Leiter mehrerer Wohngruppen für Menschen mit Assistenzbedarf der Stephanus-Stiftung, und Erwachsenenbildner Carsten Ablass moderiert. Pfarrer Veit Böhnke von der Evangelischen Kirchengemeinde Templin unterstreicht den grundlegenden Ansatz: „Es geht nicht primär um Zustimmung oder schnelle Lösungen, sondern darum, auszuloten, wie wir mit Verschiedenheit umgehen können, wenn Unterschiede als herausfordernd erlebt werden.“

Ingmar Bechstein ergänzt: „Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht, wenn man es schafft, andere Meinungen auszuhalten – bei allem Respekt der Menschenwürde.“ Die Veranstaltungsreihe soll genau diesen Prozess des respektvollen Austauschs fördern und damit einen Beitrag zum lokalen Gemeinwesen leisten.

Die Teilnahme an den Gesprächsabenden ist ohne Anmeldung möglich und steht allen Interessierten offen, die bereit sind, sowohl ihre eigenen Anliegen einzubringen als auch anderen zuzuhören.

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