Teterower Tafel: „Der Schuh drückt an vielen Stellen“
In der Bahnhofsstraße von Teterow bilden sich regelmäßig lange Schlangen vor einem kleinen Häuschen – ein Bild, das an vergangene Zeiten erinnert, doch heute andere Ursachen hat. Hier stehen nicht Menschen, die auf Sonderangebote warten, sondern Bedürftige, die auf die Unterstützung der Teterower Tafel angewiesen sind. Dreimal wöchentlich öffnet die Ausgabestelle ihre Türen, um Lebensmittel an sozial schwache Einwohner der Stadt und Umgebung zu verteilen.
350 Menschen benötigen regelmäßige Hilfe
Seit 29 Jahren betreibt der Verein Güstrower Tafel die Einrichtung in einem ehemaligen Kiosk. Etwa 350 Menschen in Teterow und der näheren Region nehmen die Hilfe in Anspruch. Cornelia Piehl, seit vielen Jahren im Stammpersonal des Vereins, betont: „Menschen in Not zu helfen, ist mein täglicher Antrieb und erfüllt mich mit Dankbarkeit.“ Doch die Freude über diese wichtige Arbeit wird von zahlreichen Herausforderungen getrübt.
Steigende Kosten belasten den Verein
Nicht nur die Kunden der Tafel haben Sorgen, auch der Verein selbst kämpft mit finanziellen Engpässen. Die gestiegenen Betriebskosten für Strom und Gas machen auch vor der Tafel nicht halt. Zudem müssen zwei Transporter unterhalten werden, mit denen Lebensmittel abgeholt und ausgefahren werden. Cornelia Piehl erklärt: „Wenn bei den Autos mal eine Reparatur ansteht, kommen wir schnell an unsere finanziellen Grenzen. Der Schuh drückt wirklich an vielen Stellen.“
Glücksmoment durch großzügige Spende
Ein Lichtblick im oft schwierigen Alltag war kürzlich der Besuch der Teterower Ärztin Ria Koch. Anlässlich ihres runden Geburtstags bat sie ihre Gäste, statt Geschenken für die Tafel zu spenden. Dabei kamen 1.000 Euro zusammen, die sie nun an den Verein übergeben hat. Cornelia Piehl zeigt sich tief bewegt: „Solche Aktionen helfen uns enorm weiter. Wir sind Frau Koch und allen anderen, die uns unterstützen, unendlich dankbar. Dazu zählen auch die Geschäfte, die uns regelmäßig mit Lebensmitteln versorgen.“
Dringender Bedarf an ehrenamtlichen Helfern
Neben finanzieller Unterstützung sucht die Tafel in der Bahnhofsstraße kontinuierlich nach personeller Verstärkung. Ehrenamtliche werden benötigt, um Lebensmittel abzuholen, an Bedürftige auszufahren oder in der Ausgabestelle zu verteilen. Cornelia Piehl lädt Interessierte herzlich ein: „Wer sich engagieren möchte, kann gerne vorbeischauen – auch erstmal, um sich in Ruhe ein Bild von unserer Arbeit zu machen. Wir bieten nicht nur eine erfüllende Aufgabe, sondern auch ein tolles Team, das über die Arbeit hinaus zusammenhält.“
Die Teterower Tafel steht somit vor einer doppelten Herausforderung: Während die Nachfrage nach Lebensmittelhilfe unvermindert hoch bleibt, müssen steigende Kosten bewältigt und ehrenamtliche Helfer gefunden werden. Die Spende von Ria Koch zeigt, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement ist, doch der Bedarf an weiterer Unterstützung bleibt groß.



