Loch an Loch und hält doch – so lautete bislang das Motto auf vielen maroden Kreisstraßen. Doch nach dem Winter zeigt sich, dass dies vielerorts nicht mehr so einfach möglich ist. Der Flickenteppich wird zunehmend zur Verkehrsgefahr.
Flickenteppich wird zur Verkehrsgefahr
Beispielhaft ist die Kreisstraße zwischen Bugewitz und Neu Kosenow. Sie ist seit Jahren in einem immer desolateren Zustand. Aktuell kann man kaum noch sagen, wo im Flickenteppich ein Schlagloch endet und das nächste beginnt, das dringend geflickt werden müsste. Der Landkreis will deshalb handeln und die Schäden nicht nur flicken, sondern auf besonders schlimmen Passagen gleich eine neue Tragschicht und Deckschicht auftragen lassen. Fünf Millionen Euro sind dafür notwendig. Der Vorschlag der Verwaltung fand am Montag im Kreistag großen Anklang. Sonst beim Thema Kreisstraßen durchaus streitbar, waren sich die Kreistagsmitglieder diesmal weitgehend einig.
Investitionen von halber Milliarde Euro notwendig
Allein mit den vorgesehenen fünf Millionen Sonderaufgaben dürfte dies maximal ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Mit Blick auf die Infrastruktur-Milliarden vom Bund rechnete Landrat Michael Sack schon vor rund einem Jahr vor, dass zur vollständigen Sanierung aller 800 Kilometer Kreisstraßen in seinem Wirkungsbereich ein Finanzbedarf von gut 500 Millionen Euro nötig wäre. Die nun angesetzten Extra-Investitionen für 2026 und 2027 reichen gerade einmal für die oberflächliche Instandsetzung von gut 40 Kilometern Straße. Diese sollen so für die nächsten zehn bis 15 Jahre fit gemacht werden.
Marode Kreisstraßen: Diese Straßen gehören zum Sonderbauprogramm
2026:
- VG 50 Neu Kosenow – Bugewitz (4,75 km)
- VG 100 Kreisgrenze – VG 8 Düvier (1,3 km)
- VG 101 Alt Plestin – Bentzin (3,15 km)
- VG 20 Hanshagen – Rappenhagen (3,0 km)
- VG 21 Neuendorf – Loissin (3,0 km)
- VG 13 Groß Kiesow – Klein Kiesow (4,7 km)
- VG 4 Wackerow (1,0 km)
2027:
- VG 45 Welzin – VG 44 (1,4 km)
- VG 30 Seckeritz – Wehrland Bauer (4,5 km)
- VG 34 Liepe – Warthe (2,5 km)
- VG 41 Ulrichshorst – Reetzow (3,6 km)
- VG 6 Jargenow – Kuntzow (1,4 km)
- VG 46 B100 – Zecherin (1,76 km)
- VG 61 B199 – Medow – Krien (2,03 km)
Auf diesen Straßen soll 2026 außerdem gebaut werden
Davon losgelöst hat der Landkreis auch weitere Kreisstraßen in diesem Jahr für den Ausbau vorgesehen. So plant der Landkreis im Anklamer Umland von Mai bis September die Erneuerung der Kreisstraße VG30 zwischen Lassan und Waschow auf rund 2,65 Kilometern. Zudem ist noch der Ausbau der Zinzower Ortsdurchfahrt sowie der weitere Bau an den Kreisstraßen K18 bei Pamitz und der VG58 auf 6,5 Kilometern Länge zwischen Butzow und Neukirchen angedacht. Im Süden des Landkreises ist zum einen die Erneuerung der Brücke über die Zarow auf der VG52 bei Ueckermünde ab Ende 2026 vorgesehen. Zudem soll die Ortsdurchfahrt von Lübs auf der VG51 und die Strecke von der Autobahnbrücke bis Schwarzensee bei Strasburg auf der VG65 ausgebaut werden. Im Peenetal sind als Baustellen die VG8 von Sassen bis Klein Zetelvitz auf 2,200 Kilometern sowie die VG103 zwischen Schmarsow und Borgwall und die VG106 zwischen Broock und Neubuchholz im Baukalender des Landkreises für 2026 verzeichnet.



