Bahn-Sperrung zwischen Neubrandenburg und Güstrow: Fahrgastverband kritisiert Ersatzverkehr als unzureichend
Bahn-Sperrung Neubrandenburg-Güstrow: Kritik am Ersatzverkehr

Wochenlange Zugausfälle auf RE4-Linie: Bahn-Sperrung zwischen Neubrandenburg und Güstrow sorgt für massive Einschränkungen

Die Deutsche Bahn hat die Strecke zwischen Neubrandenburg und Güstrow aufgrund einer „Störung am Fahrweg - Gleislagefehler“ gesperrt. Diese Maßnahme wird voraussichtlich bis Mitte Mai andauern und betrifft zahlreiche Pendler sowie Reisende in der Region Mecklenburg-Vorpommern.

Störung im Abschnitt zwischen Weitin, Blankenhof und Zirzow

Laut der Online-Störungskarte der Deutschen Bahn befindet sich die technische Störung im Bereich zwischen Weitin, Blankenhof und Zirzow – nur wenige Kilometer hinter dem Neubrandenburger Bahnhof. „Infolge eines Oberbaumangels wurde die Strecke gesperrt“, teilt die Bahn mit. Interessanterweise war dieser Streckenabschnitt bereits zuvor als Langsamfahrstrecke ausgewiesen, auf der Züge maximal mit 50 km/h verkehren durften.

Fahrgastverband übt scharfe Kritik an Umsetzung des Ersatzverkehrs

Marcel Drews, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“ in Mecklenburg-Vorpommern, bezeichnet den kurzfristigen Entfall der Züge als „für viele Bahnfahrer eine wirklich schlechte Nachricht, besonders wenn sie mit der Bahn zur Arbeit fahren wollen“. Er kritisiert insbesondere die Entscheidung, den gesamten Abschnitt zwischen Neubrandenburg und Güstrow auf Schienenersatzverkehr (SEV) umzustellen.

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Drews stellt die entscheidende Frage: „Weshalb wurde nicht ein Ersatzverkehr eingerichtet, der lediglich zwischen Neubrandenburg und Stavenhagen verkehrt? Die Auswirkungen wären deutlich geringer gewesen.“ Stattdessen seien nun auch Fahrgäste aus Stavenhagen, Malchin und Teterow von den erheblichen Einschränkungen betroffen.

Ersatzbusse mit langen Fahrzeiten und eingeschränkten Alternativen

Die aktuell eingesetzten Ersatzbusse fahren über Mölln, Stavenhagen, Malchin, Teterow, Neu Wokern, Lalendorf, Priemerburg und Güstrow. Eine Fahrt zwischen Neubrandenburg und Güstrow dauert dabei etwa zwei Stunden – deutlich länger als die reguläre Zugverbindung.

Drews weist auf die unterschiedlichen Alternativen hin: „Während Fahrgäste aus Neubrandenburg noch mit Umstieg über Neustrelitz ausweichen können, um nach Güstrow oder Rostock zu gelangen, ohne dass es zu Fahrzeitverlusten kommt, gibt es für Fahrgäste aus Stavenhagen, Malchin und Teterow nur den SEV als Alternative mit deutlich längeren Reisezeiten.“

Der Fahrgastverbandsvorsitzende warnt: „Somit lassen sich kaum dauerhaft Fahrgäste für den öffentlichen Personenverkehr gewinnen.“ Die aktuelle Situation gefährde die Akzeptanz des Bahnverkehrs in der Region nachhaltig.

Offene Fragen und fehlende Antworten der Deutschen Bahn

Eine Anfrage des Nordkuriers, warum der Ersatzverkehr zwischen Neubrandenburg und Güstrow und nicht zwischen Neubrandenburg und Stavenhagen eingerichtet wurde, blieb von der Deutschen Bahn bislang unbeantwortet. Ebenso wurde die Frage nicht beantwortet, ob es mehr als die eine eingetragene Störung auf der Strecke gibt.

Die wochenlange Sperrung wirft somit nicht nur praktische Probleme für tausende Pendler auf, sondern auch organisatorische Fragen zur Entscheidungsfindung bei der Deutschen Bahn. Betroffene Fahrgäste müssen sich bis Mitte Mai auf erhebliche Einschränkungen und verlängerte Reisezeiten einstellen.

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