Deutsche Bahn: 156 Millionen Euro Entschädigung für Verspätungen im Jahr 2025
Bahn zahlte 156 Mio. Euro Entschädigung für Verspätungen 2025

Deutsche Bahn: Hohe Entschädigungskosten trotz leichter Verbesserung

Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bahn (DB) aufgrund zahlreicher Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr erhebliche Entschädigungssummen an ihre Kunden gezahlt. Nach Angaben von Fernverkehrsvorstand Michael Peterson beliefen sich diese Ausgaben auf 156,1 Millionen Euro. Dies teilte er in einem Vorabbericht der Süddeutschen Zeitung mit. Die Summe stellt zwar eine deutliche Steigerung im Vergleich zu 2019 dar, als sie sich verdreifachte, ist jedoch um etwa 41 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr 2024.

Gründe für die Entwicklung

Peterson führte den Rückgang teilweise auf das Fehlen größerer Sonderereignisse wie Streiks im Jahr 2025 zurück. Dennoch bleiben die Entschädigungszahlungen eine signifikante finanzielle Belastung für das Unternehmen. Die Sparte DB Fernverkehr belastet die Bilanz des Gesamtkonzerns erheblich, was durch Medienberichte bestätigt wird. Viele Baustellen und Störungen stellen nach Petersons Worten eine große Herausforderung dar. Eine mehrwöchige Sperrung kann zu Umsatzeinbrüchen im ein- oder sogar zweistelligen Millionenbereich führen.

Zusätzlich musste die Sparte fast 300 Millionen Euro mehr für die Nutzung der Schieneninfrastruktur aufwenden. Die Einführung des Deutschlandtickets hat die Situation verschärft, da es laut Peterson etwa 15 Millionen Fahrgäste aus den Fernzügen zog. Die Auslastung der Fernzüge sank 2025 auf 48 Prozent, während sie vor der Corona-Pandemie bei 56 Prozent lag. Das ist ein Ziel, das wir wieder erreichen wollen, betonte der Manager.

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Interne Turbulenzen an der Konzernspitze

Neben den operativen Schwierigkeiten gab es auch personelle Verwerfungen in der Führungsetage. In der vergangenen Woche haben insgesamt fünf Vorstandsmitglieder der Deutschen Bahn, inklusive Chefin Evelyn Palla, in einem Schreiben an den Aufsichtsratschef des Konzerns mit der bisherigen Finanzvorständin Karin Dohm abgerechnet. Sie sollen um die Abberufung Dohms gebeten haben, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete.

Das Schreiben wurde handschriftlich von Bahn-Chefin Evelyn Palla sowie ihren vier Vorstandskollegen Michael Peterson, Martin Seiler, Bernhard Osburg und Harmen van Zijderveld unterzeichnet. Darin wählten die Führungskräfte drastische Worte: Das Vertrauensverhältnis eines jeden Einzelnen zu Frau Dohm ist nachhaltig, tiefgreifend und unwiederbringlich gestört.

Karin Dohm war erst im Dezember als Finanzvorständin bestellt worden, und Ende Februar wurde bekannt, dass sich die Deutsche Bahn nach nur drei Monaten bereits wieder von ihr trennen will. In dieser kurzen Zeit hatte sie viele mächtige Interessenvertreter, wie den Betriebsrat, gegen sich aufgebracht, unter anderem durch unabgesprochenes Vorgehen bei der Aufspaltung der Bahn-Tochter DB Services.

Insgesamt zeigt die Bilanz für 2025, dass die Deutsche Bahn weiterhin mit erheblichen finanziellen und operativen Herausforderungen zu kämpfen hat, auch wenn sich die Entschädigungskosten im Vergleich zum Vorjahr leicht verringert haben.

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