Schwerin treibt Planungen für Landesgartenschau 2035 voran
Die Landeshauptstadt Schwerin intensiviert ihre Vorbereitungen für die geplante Landesgartenschau im Jahr 2035. Der Fachdienst Stadtentwicklung und Stadtplanung arbeitet derzeit an einer umfassenden Projektskizze, die nicht nur konzeptionelle Details, sondern auch eine erste Kostenschätzung für das Millionenprojekt enthalten wird. Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) kündigte an, dass das Papier voraussichtlich Mitte April den politischen Gremien präsentiert werden soll.
Verwaltung baut auf Vorarbeiten des Vereins Pro Schwerin auf
Die städtische Verwaltung nutzt die konzeptionellen Grundlagen, die der Verein Pro Schwerin als Ideengeber bereits erarbeitet hat. Ute Franke vom Fachdienst Stadtentwicklung erläuterte, dass als Kerngebiete der Landesgartenschau das Güterbahnhof-Areal mit dem ehemaligen KIW „Vorwärts“ in der Weststadt, die Schwimmende Wiese im Burgsee und der Küchengarten am Franzosenweg vorgesehen sind. Darüber hinaus schlägt die Verwaltung vor, Partnerstandorte im Außenbereich und im Umland der Landeshauptstadt einzubeziehen.
Ein innovativer Vorschlag sieht vor, die bestehende Fahrradtour „Blaue Acht“ um den Schweriner See in eine „Grüne Acht“ mit thematischen Bezügen zur Gartenschau umzuwandeln. Damit würde die Veranstaltung bewusst nicht auf die Innenstadt begrenzt, sondern die gesamte Region einbeziehen.
Kostenrahmen und Fördermöglichkeiten im Fokus
Parallel zur Projektskizze plant die Stadt, sich mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern in einer Art „Letter of Intent“ über den groben Kostenrahmen der Landesgartenschau zu verständigen und Fördermöglichkeiten auszuloten. Andreas Thiele, Leiter des Fachdienstes Stadtentwicklung, betonte, dass diese Gespräche geführt werden sollen, sobald die Stadtpolitik dem Verwaltungsentwurf zugestimmt hat – idealerweise noch vor der Sommerpause.
Die Landesregierung unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat bereits im Juli vergangenen Jahres ihre grundsätzliche Unterstützung für das Vorhaben signalisiert. Schwesig hob hervor: „Schwerin kann Stadtentwicklung und Gartenschau.“ Die Stadt setzt für die Realisierung der Landesgartenschau weiterhin auf umfangreiche Fördermittel.
Nachhaltige Stadtentwicklung unter dem Motto „Welterbe trifft Zukunft“
Die geplante Landesgartenschau steht unter dem Slogan „Welterbe trifft Zukunft“ und verfolgt mehrere Ziele:
- Nachhaltige Stadtentwicklung und ökologischer Stadtumbau
- Schaffung eines neuen touristischen Highlights für die Region
- Vernetzung verschiedener Stadtbereiche durch Infrastrukturprojekte
Ein zentrales Vorhaben ist der Bau einer Fußgängerbrücke über den Obotritenring, die die verschiedenen Areale der Gartenschau verbinden soll. Als „strategisches Scharnier“ könnte ein „Bahnhofscampus“ hinter dem Hauptbahnhof dienen, der durch private Investoren entwickelt werden müsste. Die Hauptanlaufstelle für Besucher soll das Welterbe-Zentrum am Schlachtermarkt werden, während das Schloss als Herzstück des Residenzensembles fungiert.
Die Schwimmende Wiese im Burgsee stellt nicht nur aufgrund ihrer prominenten Lage einen wichtigen Bestandteil dar, sondern bildet auch ein wichtiges Bindeglied zwischen der erfolgreichen Bundesgartenschau 2009 und der künftigen Stadtentwicklung Schwerins. Mit der aktuellen Projektskizze will die Stadtverwaltung die Grundlage für einen formellen Beschluss der Stadtvertretung noch vor der Sommerpause schaffen.



