Tarifkonflikt bei BVG beigelegt: Einigung nach sechs Verhandlungen und zwei Warnstreiks
BVG-Tarifkonflikt beigelegt: Einigung nach Warnstreiks

Tarifeinigung bei Berliner Verkehrsbetrieben nach intensiven Verhandlungen

Nach sechs anspruchsvollen Verhandlungsrunden und zwei umfangreichen Warnstreiks haben die Gewerkschaft Verdi und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) endlich einen Durchbruch erzielt. Der langwierige Tarifkonflikt im Berliner Nahverkehr ist damit offiziell beigelegt, was für die Fahrgäste der Hauptstadt bedeutet, dass in diesem Jahr keine weiteren Verkehrsausfälle durch Arbeitsniederlegungen zu befürchten sind.

Zwei Warnstreiks führten schließlich zum Erfolg

Im Rahmen der Tarifverhandlungen für Berlin und Brandenburg hatte die Gewerkschaft Verdi zweimal zu massiven Warnstreiks im Nahverkehr aufgerufen, die den öffentlichen Verkehr in der Hauptstadt zeitweise komplett zum Erliegen brachten. Diese drastischen Maßnahmen erwiesen sich letztlich als wirksames Druckmittel, um die festgefahrenen Verhandlungen wieder in Bewegung zu bringen und zu einem akzeptablen Ergebnis zu führen.

Die nun erzielte Einigung betrifft primär die Arbeitsbedingungen, die im sogenannten Manteltarifvertrag festgelegt werden. Die nächste reguläre Tarifrunde, in der es hauptsächlich um finanzielle Verbesserungen gehen wird, steht erst ab Januar 2027 auf der Agenda.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Konkrete Verbesserungen für BVG-Beschäftigte

Das ausgehandelte Paket umfasst mehrere wesentliche Verbesserungen für die Mitarbeitenden der Berliner Verkehrsbetriebe:

  • Eine einmalige Sonderzahlung von 150 Euro für das laufende Jahr
  • Von 2027 bis 2029 jährlich entweder ein zusätzlicher Urlaubstag oder eine Gehaltserhöhung von bis zu 1,35 Prozent
  • Erhöhung des Urlaubsgeldes um 100 Euro auf dann insgesamt 600 Euro ab dem Jahr 2027
  • Festlegung einer Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den einzelnen Schichten
  • Eine garantierte Wendezeit von sechs Minuten auch während der Nachtstunden, sofern die technische Infrastruktur dies ermöglicht
  • Die Einrichtung einer speziellen Kommission zur weiteren Diskussion von Verbesserungen bei den Wendezeiten

Besonders bemerkenswert ist die Wahlfreiheit, die den Beschäftigten eingeräumt wird: Sie können ihre wöchentliche Regelarbeitszeit auf 39 Stunden erhöhen und erhalten dafür eine entsprechende Entgeltsteigerung. Die Gesamtlaufzeit des Tarifvertrags beträgt 48 Monate, wobei einzelne Bestandteile bereits Ende 2026 gekündigt werden können – dies betrifft insbesondere Regelungen zu Arbeitszeit, Entgelt, Zulagen und geteilten Diensten.

Zufriedenheit auf beiden Seiten der Verhandlung

Die Verhandlungsführer beider Seiten zeigten sich mit dem erzielten Kompromiss ausgesprochen zufrieden. „Die anfänglichen Startschwierigkeiten in dieser Tarifrunde konnten dank der Streiks in den vergangenen Wochen überwunden werden“, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt. „Mit der Einigung liegt nun ein Paket auf dem Tisch, das sich wirklich sehen lassen kann.“

Auch die BVG-Seite betonte die positiven Aspekte der Vereinbarung. Personalvorständin Jenny Zeller-Grothe hob insbesondere die lange Laufzeit von zwei Jahren als vorteilhaft hervor: „Wir haben intensiv um sinnvolle Verbesserungen und deutliche Entlastungen gerungen. Am Ende steht ein starkes Gesamtpaket, das unsere Mitarbeitenden durch mehr Urlaub entlastet, noch bessere Arbeitsbedingungen schafft und viel individuelle Wahlfreiheit ermöglicht.“

Diese Einigung markiert einen wichtigen Meilenstein für die Arbeitsbedingungen im Berliner Nahverkehr und sorgt gleichzeitig für Planungssicherheit bei den täglich rund eine Million Fahrgäste, die auf den zuverlässigen Betrieb der BVG angewiesen sind.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration