Wackeldackel statt Verbandskasten: Dekofreudige Autofahrer vernachlässigen Sicherheitsausstattung
Dekofreudige Autofahrer vernachlässigen Sicherheitsausstattung

Wackeldackel statt Verbandskasten: Dekofreudige Autofahrer vernachlässigen Sicherheitsausstattung

Was in Deutschlands Autos zwischen Hutablage und Windschutzscheibe mitfährt, erstaunt zuweilen. Noch erstaunlicher ist jedoch die Erkenntnis einer aktuellen Umfrage: Mehr persönliche Dekoration im Fahrzeug bedeutet häufig auch weniger Sicherheitsausstattung. Während der klassische Wackeldackel in etwa zwei Prozent aller Autos seinen treuen Dienst versieht, fehlt bei vielen Dekofreunden der vorgeschriebene Verbandskasten.

Umfrage enthüllt Sicherheitsdefizite bei Auto-Verschönerern

Eine repräsentative Befragung von Yougov im Auftrag von mobile.de unter 2.046 Autobesitzern ab 18 Jahren zeigt deutliche Lücken bei der Pflichtausstattung. Nur etwa ein Drittel (29 Prozent) der befragten Autoeigner findet persönliche Dekoration im Fahrzeug wichtig oder eher wichtig. Interessanterweise gilt: Je jünger die Autofahrer, desto größer ist die Bedeutung, die sie dem individuellen Touch beimessen.

Doch die Liebe zur Dekoration hat ihren Preis: Nur 87,5 Prozent der Auto-Verschönerer besitzen tatsächlich einen Verbandskasten. Dabei schreibt die Straßenverkehrszulassungsordnung diese nützliche Kiste für 100 Prozent aller Fahrzeuge verbindlich vor. Auch bei Warnwesten (82 Prozent) und Warndreiecken (86 Prozent) besteht noch erheblicher Nachholbedarf.

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Junge Fahrer besonders betroffen

Besonders auffällig ist die Situation bei den 25-34-Jährigen. In dieser Altersgruppe fehlt bei fast jedem Fünften (17 Prozent) der vorgeschriebene Verbandskasten im Fahrzeug. Zum Vergleich: Fahrerinnen und Fahrer ohne personalisierte Autos gaben an, in rund 93 Prozent der Fälle mit Verbandskasten, Warnwesten (89 Prozent) und Warndreieck (92 Prozent) ausgestattet zu sein.

Eine löbliche Ausnahme bilden dabei die Plüschtier- und Talismanfreunde: Sie sind den Angaben zufolge vorbildlich zu etwa 96 Prozent mit der vorgeschriebenen Sicherheitsausstattung unterwegs.

Das fährt wirklich mit: Die Klassiker der Autoausstattung

Die Umfrage liefert auch interessante Einblicke in die tatsächliche Ausstattung deutscher Fahrzeuge. Hier die häufigsten Begleiter auf vier Rädern:

  • Sonnenbrille (51 Prozent)
  • Taschenlampe (31 Prozent)
  • Decken und Kissen (30 Prozent)
  • Zigarettenanzünder (26 Prozent)
  • Powerbank oder Ladegerät (22 Prozent)
  • Snacks und Getränke (17 Prozent)
  • Duftbaum (15 Prozent)
  • Auto-Atlas (14 Prozent)
  • Separates Navigationsgerät (13 Prozent)
  • Plüschtiere oder Talismane (11 Prozent)

Zu den selteneren Begleitern gehören Kaffeebecher (8 Prozent), Wechselkleidung (6 Prozent), Handstaubsauger (5 Prozent), Kühlboxen (3 Prozent) und sogar Kassettenadapter oder Kassettendecks (3 Prozent). Besonders kurios: Kondome (2 Prozent), Würfel oder Discokugeln am Rückspiegel (2 Prozent) sowie Sitzbezüge mit Holzperlen (2 Prozent).

Duftbaum: Beliebt und verhasst zugleich

Der Duftbaum am Rückspiegel bleibt ein polarisierendes Accessoire. Während er laut Umfrage in 15 Prozent aller Autos baumelt, gab jeder Dritte der Befragten ebendiesen Duftbaum oder generell Autoparfum als großes No-Go im Fahrzeug an. Damit vereint dieses Accessoire Liebhaber und Kritiker in bemerkenswerter Weise.

Wichtig zu wissen: Der ADAC empfiehlt einen regelmäßigen Blick auf das Ablaufdatum der Erste-Hilfe-Ausstattung und eventuelle Veränderungen der Vorschriften. Seit 2022 gehören beispielsweise auch zwei medizinische Masken zur vorgeschriebenen Ausstattung.

Interessanterweise gab knapp jeder Fünfte (17 Prozent) an, überhaupt keine zusätzlichen Gegenstände im Auto zu haben. Doch unabhängig von persönlichen Vorlieben bleibt die Sicherheitsausstattung gemäß § 35h StVZO - Erste-Hilfe-Material in Kraftfahrzeugen - eine nicht verhandelbare Pflicht für alle Verkehrsteilnehmer.

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