Paradoxe Situation am Bahnhof Landshut: Barrierefreier Zug hält an nicht zugänglichem Gleis
In Landshut sorgt eine absurde Verkehrssituation für massive Kritik. Der eigentlich barrierefrei konzipierte Donau-Isar-Express hält am Hauptbahnhof ausgerechnet am Gleis 4 – dem einzigen Bahnsteig, der weder über einen Aufzug verfügt noch sonstige barrierefreie Zugänge bietet.
Behindertenbeirat übt scharfe Kritik
Monika Voland-Kleemann, Sprecherin des Behindertenbeirats, zeigt sich empört über diesen Zustand. „Es ist ein Unding, dass ein moderner, barrierefreier Zug an einem Bahnsteig hält, der für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen praktisch unerreichbar ist“, erklärt sie. Statt des dringend benötigten Aufzugs müssen Reisende mit Rollstühlen, Gehhilfen oder Kinderwagen mehrere Treppenstufen bewältigen.
Die Situation stellt besonders für tägliche Pendler und ältere Menschen eine erhebliche Hürde dar. „Hier wird Inklusion aktiv verhindert“, so Voland-Kleemann weiter. Der Behindertenbeirat fordert seit Langem eine schnelle Lösung, doch bisher blieben die Appelle ungehört.
Infrastruktur-Dilemma am Gleis 4
Das Problem liegt in der veralteten Infrastruktur des Gleises 4. Während andere Bahnsteige in Landshut mittlerweile über Aufzüge und rampenfreie Zugänge verfügen, wurde dieser spezielle Bahnsteig bisher nicht modernisiert. Die Deutsche Bahn verweist auf bauliche Herausforderungen und hohe Kosten.
Doch genau dieser Bahnsteig wird vom Donau-Isar-Express angefahren, einer wichtigen Regionalverbindung zwischen München, Landshut und Passau. Die Diskrepanz zwischen modernem Zug und veralteter Bahnsteiginfrastruktur könnte kaum größer sein.
Forderungen nach schneller Lösung
Der Behindertenbeirat drängt nun auf eine zeitnahe Sanierung des Gleises 4. Als Übergangslösung fordern sie zumindest mobile Rampen oder einen provisorischen Aufzug. „Mobilitätseingeschränkte Menschen haben ein Recht auf uneingeschränkte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs“, betont Voland-Kleemann.
Die Stadt Landshut und die Deutsche Bahn stehen in der Pflicht, dieses infrastrukturelle Versäumnis schnellstmöglich zu beheben. Bis dahin bleibt der Donau-Isar-Express für viele Reisende nur eingeschränkt nutzbar – ein paradoxer Zustand im Zeitalter der Barrierefreiheit.



