Gestrandetes Segelschiff vor Cuxhaven: Bergung am Wochenende geplant
Ein seit knapp zwei Wochen vor Cuxhaven gestrandetes Segelschiff soll am kommenden Wochenende endlich geborgen werden. Nach mehreren gescheiterten Versuchen hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) nun einen konkreten Plan vorgelegt, wie das rund 30 Meter lange Traditionsschiff von seinem ungewollten Liegeplatz befreit werden kann.
Einsatz von Spezialtechnik und Sicherheitsvorkehrungen
Ein spezialisiertes Fachunternehmen wird mit einem Schwimmkran und mehreren Unterstützungsschiffen vor Ort sein, um die Bergung durchzuführen. Das WSA hat angekündigt, dass die Arbeiten spätestens mit Einbruch der Dunkelheit am Sonntag abgeschlossen sein sollen. Zur Begleitung der Bergung setzt die Behörde ein eigenes Schiff ein, das gleichzeitig vorbeifahrende Schiffe warnt.
Umweltgefahren werden aktiv minimiert: Die Einsatzkräfte halten spezielle Technik zum Auffangen von Öl bereit, um im Falle eines Schadstoffaustritts sofort reagieren zu können. Sollten sich während der Bergung Wrackteile lösen, stehen bereitstehende Schiffe für deren Aufnahme bereit. Die Kosten für die gesamte Bergungsaktion trägt laut WSA der Eigentümer des Segelschiffes.
Komplexe Herausforderungen bei der Bergung
Das Traditionsschiff war Ende Januar auf einen Steindamm in der Außenelbe aufgelaufen und sitzt seitdem fest. Bei dem Vorfall konnten Seenotretter und ein Schiff des WSA vier Segler sowie einen Hund von Bord retten. Versuche, das Schiff freizuschleppen, scheiterten jedoch bisher an mehreren Faktoren.
Die Bergung wurde durch Ostwind und besonders niedrige Wasserstände erheblich erschwert, wie die Behörde mitteilte. Diese Bedingungen führten dazu, dass größere Bergungsschiffe den Havaristen nur eingeschränkt erreichen konnten. Zudem liegt das Schiff in einer solch schrägen Position, dass Experten nicht alle Bereiche zugänglich machen konnten.
Reduzierung der Umweltgefahr
Am vergangenen Freitag gelang es Einsatzkräften immerhin, einen der beiden Tanks des gestrandeten Schiffes sicherheitshalber zu entleeren. Dadurch konnte die potenzielle Umweltgefahr um 200 bis 300 Liter Diesel deutlich reduziert werden. Den zweiten Tank konnten die Fachleute jedoch aufgrund der starken Schräglage des Schiffes nicht erreichen, was die Dringlichkeit der Bergung weiter unterstreicht.
Die geplante Bergungsaktion am Wochenende stellt somit den bisher umfassendsten Versuch dar, das Segelschiff aus seiner misslichen Lage zu befreien und mögliche weitere Umweltrisiken zu minimieren.



