Hochwasserschutz an der Elbe: Erklärungsnöte bei Deichbau-Verzögerungen
Hochwasserschutz: Deichbau-Verzögerungen sorgen für Kritik

Der Schutz vor Hochwasserkatastrophen ist nicht nur entlang der Küsten von großer Bedeutung. Auch Flüsse wie die Elbe können zu einer ernsthaften Gefahr für Leib und Leben werden. Daher wird das Zurückhalten der möglichen Wassermassen großgeschrieben. Deiche und Wälle werden regelmäßig von den zuständigen Behörden und Verbänden überprüft. Die sogenannten Deichschauen im Frühjahr und im Herbst sind ein eindeutiger Beleg für diese kontinuierliche Kontrolle.

Deiche in gutem Zustand, aber wie lange noch?

Häufig wird bei diesen Schauen festgehalten, dass die Deiche und der Hochwasserschutz in einem guten Zustand sind. Dies bedeutet jedoch nicht, dass dieser Bereich vor Problemen steht. Deutlich wurde dies während der Frühjahrsdeichschau des Neuhauser Deichverbandes (NDV). „Man kann sich nie in Sicherheit wiegen“, bekräftigte Jens Böther, der Landrat des Landkreises Lüneburg. Die Gemeinde Amt Neuhaus, die zu diesem Landkreis gehört, wird von über 60 Kilometern Deichen und Verwallungen vor möglichen Wassermassen geschützt. Für den Politiker ist der Hochwasserschutz ein Dauerthema.

Hochwasserschutzmaßnahmen dauern häufig Jahre

Aber genau hier liegt das Problem. „Es geht einfach immer noch zu langsam voran“, hält Andreas Gehrke, Bürgermeister der Gemeinde Amt Neuhaus, fest. Projekte wie der Deichbau zwischen Wehningen und Rüterberg oder der Wehrneubau an der Löcknitz bei Wehningen wurden angestoßen. Baumfällungen und eine Behelfsbrücke sind bereits sichtbare Zeichen. Dennoch kommt der Fortschritt ins Stocken. Bis das Wehr fertiggestellt ist, werden noch Jahre vergehen. Und selbst der Deichbau ist über die Abholzung der Bäume bisher nicht hinausgekommen. „Wir kommen da schon in gewisse Erklärungsnot“, ist NDV-Chef Sven Nakajew ehrlich und kritisch zugleich.

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Investitionen in den Hochwasserschutz werden nie enden

Zum Verzagen führt ihn und seine Mitstreiter diese Situation jedoch nicht. Das wäre auch fatal, denn die Natur hält immer wieder neue Überraschungen bereit, wie die Jahrhunderthochwasser 2002 und 2013 gezeigt haben. Gerade letzteres wurde für die Elbregion zwischen Dömitz und Boizenburg nicht zur absoluten Katastrophe, weil bereits damals Lehren aus 2002 gezogen und der Hochwasserschutz angepasst worden war. Dieser Prozess setzt sich bis heute fort. „Es wird nie enden“, ist sich Andreas Gehrke sicher. Für ihn und viele andere ist es daher wichtig, dass die Arbeiten zügiger voranschreiten. Nur so können Mensch und Tier auch weiterhin vor den Gefahren der Elbe geschützt werden.

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