Irankrieg legt globale Luftfahrt lahm: Tausende Flüge gestrichen, Passagiere gestrandet
Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten hat verheerende Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr. Nach Angriffen auf mehrere Flughäfen in der Region sind wichtige Luftverkehrsdrehkreuze wie Dubai vorübergehend geschlossen, Tausende Flüge wurden gestrichen und unzählige Passagiere sitzen an Airports weltweit fest.
Angriffe auf Luxus-Urlaubsziele und wichtige Drehkreuze
Iran hat mit seinen Militäraktionen nicht nur strategische Ziele, sondern auch zahlreiche Flughäfen auf der Arabischen Halbinsel attackiert, die normalerweise als sichere Reiseziele gelten. Bei einem Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen in Bahrain entstand erheblicher Sachschaden, während der Flughafen in Abu Dhabi ebenfalls einen Einschlag meldete. Besonders dramatisch war ein mutmaßlicher Angriff auf den bei deutschen Urlaubern beliebten Airport in Dubai, bei dem vier Menschen verletzt wurden.
Der internationale Flugverkehr im gesamten Nahen Osten ist durch die Militärschläge und den Beginn des Irankriegs massiv gestört. Das weltgrößte internationale Drehkreuz in Dubai, das normalerweise mehr als 1.000 Flüge täglich abwickelt, war zwischenzeitlich komplett geschlossen. Nach Angaben der Flugverfolgungsplattform FlightAware sind Tausende Abflüge betroffen.
Dimensionen der Flugausfälle und gestrandete Passagiere
Allein die drei großen Fluggesellschaften Emirates, Qatar Airways und Etihad befördern unter normalen Umständen täglich etwa 90.000 Passagiere. Das Luftfahrtanalyseunternehmen Cirium und das Portal Flightradar24 melden, dass an sieben Flughäfen im Nahen Osten bereits mehr als 3.400 Flüge gestrichen wurden. Für die kommenden Tage werden Hunderte weitere Ausfälle erwartet.
Unter den gestrandeten Passagieren befindet sich auch der japanische Skisprung-Star Ren Nikaido, der auf Instagram Bilder vom Flughafen Dubai postete, wo er auf dem Weg von Japan nach Europa festsitzt. »Endlich habe ich ein Zimmer«, schrieb der Sportler, der dadurch einen wichtigen Wettbewerb in Österreich verpassen wird.
Luftraumsperrungen und internationale Reaktionen
Zahlreiche Länder haben ihren Luftraum für zivile Maschinen geschlossen, darunter Iran, Israel, Irak, Kuwait und Bahrain. Der iranische Luftraum bleibt bis mindestens 3. März gesperrt. Eric Schouten, Leiter der Luftfahrtsicherheitsberatung Dyami, warnt: »Passagiere und Fluggesellschaften können davon ausgehen, dass der Luftraum für eine ganze Weile gesperrt bleiben wird.«
Die Europäische Luftfahrtbehörde EASA empfahl ihren Fluggesellschaften, den von der Militäraktion betroffenen Luftraum zu meiden. Fluggesellschaften in Europa und im Nahen Osten kündigten weitreichende Streichungen an, viele Flüge mussten umgeleitet werden oder kehrten zu ihren Startflughäfen zurück.
Wirtschaftliche Folgen und persönliche Schicksale
Der britische Luftfahrtanalyst John Strickland verdeutlicht die Dimensionen: »Die Ausmaße dieser Drehkreuze sind heute einfach enorm. Hunderttausende von Menschen werden an den falschen Orten der Welt festsitzen, ohne Gewissheit, wann sie weiterreisen können.«
Die Umwege, die Flugzeuge nun nehmen müssen, führen zu deutlich höheren Kosten für die Airlines. Sollte der Konflikt andauern, könnten diese Mehrkosten an die Passagiere weitergegeben werden, was zu steigenden Ticketpreisen führen würde.
Am Hamad International Airport in Doha waren die Flugsteige am Samstag nahezu leer. Gestrandete Passagiere standen in langen Schlangen, um Hotelzimmer zu organisieren. Benjamin Gnatek berichtete von gestrichenen Studienreisen: »Einige unserer Studenten, die bereits dorthin gereist sind, sitzen in Dubai fest, und wir wissen nicht, wann sie zurückkommen können.«
Internationale Fluggesellschaften reagieren mit Flugstreichungen
Die Auswirkungen des Konflikts sind weltweit spürbar. Zahlreiche internationale Fluggesellschaften haben ihre Flugpläne angepasst:
- Lufthansa: Deutschlands größte Fluggesellschaft hat Flüge von und nach Tel Aviv, Beirut und Oman bis zum 7. März sowie Flüge von und nach Dubai am Samstag und Sonntag ausgesetzt.
- Emirates: Die Fluggesellschaft hat alle Flüge von und nach Dubai bis zum 2. März um 15 Uhr Ortszeit ausgesetzt.
- British Airways: Die britische Airline strich Flüge nach Tel Aviv und Bahrain bis zum 3. März.
- Air France KLM: Die französisch-niederländische Gruppe hat Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Dubai, Dammam und Riad gestrichen.
- Turkish Airlines: Die türkische Fluggesellschaft strich Flüge nach Katar, Kuwait, Bahrain, in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Oman.
Weitere Airlines wie Aegean Airlines, Air Canada, Qatar Airways, Etihad, Wizz Air und viele andere haben ebenfalls umfangreiche Flugstreichungen und -aussetzungen angekündigt. Die Lage bleibt dynamisch, und die Fluggesellschaften passen ihre Pläne kontinuierlich an die sich entwickelnde Sicherheitssituation an.
In der Nähe von Dubai und über Doha waren auch am Sonntag erneut Explosionen zu hören, nachdem Iran als Reaktion auf Attacken von USA und Israel Vergeltungsluftangriffe auf benachbarte Golfstaaten gestartet hatte. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Konflikts belastet den globalen Luftverkehr zusätzlich.



