Kraftstoff bunkern: Was in der eigenen Garage wirklich erlaubt ist
Wenn die Spritpreise sinken oder ein Tankstopp im Ausland günstiger erscheint, greifen viele Autofahrer gerne zum Kanister. Doch das Bunkern von Kraftstoff kann schnell zur Gefahr werden. In Deutschland gelten klare Vorschriften, die je nach Art des Kraftstoffs und dem Lagerraum variieren. Diese Regeln sind nicht nur wichtig, um Bußgelder zu vermeiden, sondern vor allem für die Sicherheit im eigenen Zuhause.
Lagerungsgrenzen in privaten Garagen
In privaten Garagen mit einer Fläche von bis zu 100 Quadratmetern dürfen maximal 20 Liter Benzin oder bis zu 200 Liter Diesel gelagert werden. Dieser deutliche Unterschied ergibt sich aus der geringeren Entzündlichkeit von Diesel im Vergleich zu Benzin. In Hoch- oder Tiefgaragen sind hingegen nur sehr geringe Mengen erlaubt, die außerhalb der Fahrzeuge aufbewahrt werden. Diese Einschränkungen dienen dem Brandschutz und sollen gefährliche Situationen verhindern.
Geeignete Behälter für Kraftstoff
Das A und O bei der Lagerung sind spezielle Behälter mit einer RKK-Zulassung. Diese Reservekraftstoff-Kanister sind eigens für Benzin und Diesel konzipiert und tragen ein entsprechendes Zulassungskennzeichen. Kunststoffkanister sollten nach etwa zehn Jahren ersetzt werden, da das Material mit der Zeit verschleißt. Metallbehälter müssen regelmäßig auf Rost überprüft werden. Der Einsatz von ungeeigneten Behältern wie herkömmlichen Plastikbehältern, Kannen oder Eimern ist nicht nur gefährlich, sondern auch gesetzlich untersagt.
Gefahren durch Kraftstoffdämpfe
Die Lagerung von Kraftstoff bringt erhebliche Risiken mit sich. Undichte Behälter setzen entzündliche Dämpfe frei, die im schlimmsten Fall Brände oder Explosionen auslösen können. Experten raten daher dringend davon ab, Kraftstoff im häuslichen Umfeld zu lagern, es sei denn, es ist unbedingt notwendig. Selbst kleine Mengen können bei unsachgemäßer Handhabung zu schwerwiegenden Unfällen führen.
Transportregeln im Fahrzeug
Das Mitführen von Kraftstoff im Auto unterliegt strengen Vorgaben. Fahrer dürfen maximal 60 Liter je Reservebehälter und insgesamt 240 Liter pro Fahrzeug inklusive Anhänger transportieren. Der ADAC empfiehlt jedoch, nicht mehr als zehn Liter Kraftstoff im Auto aufzubewahren, um die Sicherheit zu erhöhen. Zudem sollten Autofahrer darauf achten, dass der Reservekanister bruchsicher ist und dicht verschlossen wird. Idealerweise wird der Kanister im Kofferraum platziert, möglichst weit von den Insassen entfernt.
Vorgaben für Tanktouristen
Wer als Tanktourist ins Ausland fährt, muss oft noch strengere Regeln beachten. In Ländern wie Österreich und Tschechien sind beispielsweise nur zehn Liter Reservekraftstoff erlaubt, um steuerrechtliche Probleme zu vermeiden. In Deutschland sind bis zu 20 Liter im Reservekanister für den Privatgebrauch gestattet. Es lohnt sich, vor einer Reise die jeweiligen nationalen Bestimmungen zu prüfen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Unterschiede zwischen Winter- und Sommerdiesel
Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands, erklärt: „Benzin, Diesel und auch Heizöl haben kein festgelegtes Mindest- oder Endhaltbarkeitsdatum. Verbraucher können diese Kraftstoffe in Tanks oder Kanistern, wenn sie fest verschlossen, kühl und dunkel lagern, viele Monate und Jahre aufbewahren.“ Allerdings gibt es wichtige Unterschiede: Winterbenzin mit seinem höheren Dampfdruck kann bei warmen Temperaturen dazu führen, dass ein heißer Motor nicht anspringt. Diesel ist durch seinen Biodieselanteil anfällig für Qualitätsverluste, da sich mit der Zeit Bakterienkulturen vermehren können, die Filter und Einspritzpumpen verstopfen.
Sicherheit hat oberste Priorität
Insgesamt ist beim Lagern und Transportieren von Kraftstoff größte Vorsicht geboten. Ein spontaner Preisvorteil durch eingelagerten Sprit mag verlockend erscheinen, doch die Sicherheit sollte stets im Vordergrund stehen. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften schützt nicht nur vor Strafen, sondern vor allem vor lebensgefährlichen Unfällen. Wer unsicher ist, sollte lieber auf das Bunkern verzichten und stattdessen regelmäßig tanken, um Risiken zu minimieren.



