Loitz wartet weiter: Straßensanierung der L261 verzögert sich bis 2028
Loitz: Straßensanierung der L261 verzögert sich bis 2028

Loitz wartet weiter: Straßensanierung der L261 verzögert sich bis 2028

Die Einwohner von Loitz müssen sich weiterhin in Geduld üben: Die dringend benötigte Grunderneuerung eines 200-Meter-Abschnitts der Landesstraße L261 im innerstädtischen Bereich wird sich bis mindestens 2028 verzögern. Das teilte das zuständige Straßenbauamt Neustrelitz (SBA) jetzt in einer Ausschusssitzung der Kommune mit.

Unerwartete Bauarbeiten und plötzlicher Stopp

Im November begannen überraschend Bauarbeiten an der innerstädtischen Durchfahrt der L261 in Loitz. Doch statt der seit langem versprochenen grundhaften Erneuerung gab es lediglich Reparaturen und Ausbesserungen. Die eigentliche Sanierungsmaßnahme wurde für die Loitzer völlig unerwartet vorerst abgesagt.

Bürgermeisterin Christin Witt beschwerte sich daraufhin beim Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, Wolfgang Blank, und forderte Aufklärung für die verärgerten Bürger.

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Kreisverkehr in Jarmen genießt Priorität

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadt- und Ortsteilentwicklung, Bau und Verkehr erhielten die Loitzer nun die gewünschten Erklärungen. SBA-Chef Jens Krage und seine Mitarbeiter machten per Videokonferenz deutlich, dass die Verzögerungen maßgeblich auf ein anderes Projekt zurückzuführen sind.

Die Umgestaltung einer Kreuzung in der Nachbarstadt Jarmen zu einem Kreisverkehr hat offenbar Vorrang erhalten. Dieses Vorhaben zur Beseitigung einer Unfallhäufungsstelle genießt aus Sicherheitsgründen Priorität und wird vom selben Büro betreut wie das Loitzer Projekt.

Baumprobleme erschweren die Planung

Ein weiterer Grund für die Verzögerung sind unerwartete Probleme mit den Bäumen entlang der Strecke. Bereits im Herbst 2025 wurden elf große Kastanien an der Straße Am Mühlenteich gefällt, um Baufreiheit zu schaffen.

„Oberirdisch sahen die Bäume noch gut aus“, erklärte Jens Krage. „Da haben sie relativ gutes, kerniges Holz.“ Doch eine tiefgründige Begutachtung des Wurzelwerks ergab ein fatales Bild: Durch frühere Tiefbauarbeiten waren vermutlich mit Baggern sämtliche Hauptwurzeln durchtrennt worden.

„Das haben wir leider an vielen Stellen bei uns. Und das ist oft sehr gefährlich“, so der SBA-Chef. Die Standsicherheit der großen Exemplare war gefährdet, sodass nur die Fällung infrage kam.

Veränderte Planungssituation und neue Termine

Die Baumfällungen schufen vor Ort eine veränderte Situation für den Trassenverlauf. Nun sind Anpassungen der Vorzugsvariante möglich, die zuvor aus Naturschutzgründen verworfen werden musste.

Das Projekt „Am Mühlenteich“ befindet sich laut zuständigem Sachgebietsleiter Michael Görlach aktuell in der dritten von sechs Leistungsphasen, die voraussichtlich Ende 2026 abgeschlossen wird. Ab 2027 sind Grunderwerb und Ausführungsplanung vorgesehen.

Das Straßenbauamt hofft, ein aufwändiges Planfeststellungsverfahren vermeiden zu können, um weitere Verzögerungen zu verhindern.

Frust in der Stadtvertretung

Die neuen Terminzusagen trafen im Ausschuss auf wenig Begeisterung. Stadtvertreter Klaus Rabe äußerte sich sarkastisch: „Wir reden hier über 200 Meter Straße in sieben Jahren! Ich lache mich tot.“ Für ihn sei das Ganze ein schlechter Witz, der den Loitzer Bürgern kaum zu vermitteln sei.

Ausschussvorsitzender Jens Steinfurth wies darauf hin, dass die Kommune längst ihre Zustimmung zur finanziellen Beteiligung gegeben und entsprechende Mittel reserviert habe. Die nötigen Randbereiche befänden sich großteils in städtischer Hand, sodass der Grunderwerb keine Probleme bereiten dürfte.

Unsicherheit bleibt

Eine hundertprozentige Zusage konnte und wollte SBA-Chef Jens Krage den Loitzern nicht geben. Allerdings betonte er, dass die L261 fester Bestandteil der lang- und mittelfristigen Planung sei. Bei grundhaften Erneuerungen mit Beteiligung weiterer Partner würden Verzögerungen eigentlich vermieden.

Er gehe davon aus, dass „2028 vielleicht der Bau startet“ – wenn alles wie geplant zum Abschluss komme. Bis dahin müssen sich die Loitzer weiterhin mit der gepflasterten und sanierungsbedürftigen Landesstraße durch ihre Stadt arrangieren.

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