Seit über 30 Jahren ist die Bootslorenbahn bei Granzin ein fester Bestandteil des Wasserwanderns auf der Havel. Jetzt droht ihr das Aus. Das Nationalparkamt Müritz kündigte an, die Bahn abzubauen, um das Gelände auf Kampfmittel zu untersuchen. Bürgermeister Guntram Wagner und Bootsvermieter Ingo Hecht zeigen sich empört.
Bedeutung der Lorenbahn für den Wassertourismus
Die Lorenbahn transportiert jährlich tausende Boote über eine 700 Meter lange Sandbank in der Havel. In Spitzenzeiten waren es bis zu 12.000 Boote. Ingo Hecht, Bootsvermieter in Kratzeburg, betont: „Die Lorenbahn ist eine Attraktion für Wasserwanderer. Viele freuen sich auf die Fahrt mit der Bahn.“ Die Bahn ermöglicht es, die Untiefe zu überwinden, die durch Panzerfahrten der Sowjetarmee entstanden ist.
Kampfmitteluntersuchung als Grund für den Abriss
Das Nationalparkamt erklärte, die Schienen müssten entfernt werden, weil sie aus Eisenmetall bestehen und eine Sondierung des munitionsbelasteten Bodens unmöglich machen. Die Fläche gehörte früher zum Truppenübungsplatz der Sowjetarmee, und seit 2007 wurden einzelne Kampfmittelfunde gemeldet. Der Munitionsbergungsdienst fordert die Untersuchung. Bürgermeister Wagner kritisiert: „Dass das Gelände belastet ist, weiß man seit 30 Jahren. Bisher hat das die Reparaturen nicht behindert.“
Alternative stößt auf Unverständnis
Als Ersatz sollen Handwagen dienen. Hecht erklärt: „Mit drei Loren können zwölf Boote transportiert werden, mit einem Handwagen nur eines. Der Weg durch den Sand ist mühsam.“ Die Wirtschaftlichkeit des Wassertourismus sei gefährdet. Wagner fordert den Erhalt der Bahn: „Die Lorenbahn ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“
Offene Fragen zur Zukunft
Wann die Sondierung stattfindet und ob die Schienen wieder aufgebaut werden, ist unklar. Eike Lucas vom Nationalparkamt betont, eine finale Entscheidung stehe noch aus. Die Arbeiten sollen möglichst außerhalb der Saison erfolgen. Wagner bleibt skeptisch: „Die Gemeinde wird oft übergangen.“ Er hofft auf eine Lösung im Sinne der Wasserwanderer.



