Lufthansa-Streik legt Luftverkehr lahm: Hunderte Flüge gestrichen
Lufthansa-Streik: Hunderte Flüge gestrichen

Massive Flugausfälle bei Lufthansa durch Crew-Streiks

Am Donnerstag erlebte der deutsche Luftverkehr erhebliche Störungen, als Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa in einen ganztägigen Streik traten. Die Fluggesellschaft musste ihr Programm drastisch reduzieren, wobei zahlreiche Verbindungen gestrichen wurden. Insbesondere die Drehkreuze Frankfurt und München waren stark betroffen, aber auch an anderen deutschen Flughäfen wie Berlin blieben nur vereinzelte Lufthansa-Flüge erhalten.

Gewerkschaften rufen zu Arbeitsniederlegungen auf

Die Spartengewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo hatten zu den Streiks aufgerufen, die sich auf Starts der Lufthansa und Lufthansa Cityline von deutschen Flughäfen konzentrierten. Während die Piloten für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten kämpfen, will die Kabinengewerkschaft Ufo Verhandlungen zu Tarifverträgen erzwingen. Die rund 4.800 Piloten hatten in einer Urabstimmung mit deutlicher Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt, während Ufo ohne solche Abstimmung einen Warnstreik durchführte.

Passagiere müssen umdisponieren

Die Lufthansa versuchte, die Auswirkungen für Fluggäste zu minimieren, indem betroffene Passagiere auf andere Airlines innerhalb und außerhalb des Konzerns umgebucht wurden. Für innerdeutsche Reisen konnten Tickets in Fahrscheine der Deutschen Bahn umgetauscht werden. Ein Sprecher des Frankfurter Flughafens riet Reisenden, nicht unnötig zum Flughafen zu fahren, sondern sich auf offizielle Informationen zu verlassen. Ursprünglich waren am Drehkreuz Frankfurt 1074 Flugbewegungen mit rund 140.000 Passagieren geplant, doch es wird erwartet, dass allein dort über 200 Starts der Lufthansa Classic ausfallen.

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Hintergrund: Strategiekonflikte und Kosten

Der Streit hat tiefere Wurzeln in der Strategie des Lufthansa-Vorstands, der mit neu gegründeten Flugbetrieben wie Discover und City Airlines die etablierten Airlines unter Druck setzen will. Diese neuen Gesellschaften sollen mit kostengünstigeren Crews touristische Flüge und Zubringerverkehr abwickeln, was aus Sicht des Managements notwendig ist, da die Kerngesellschaft Lufthansa als zu teuer gilt. Personalvorstand Michael Niggemann kritisierte die Streiks als "völlig unnötige Eskalation" und betonte, dass weitere Kostensteigerungen nicht tragbar seien. Die Lufthansa war 2024 in die Verlustzone gestürzt und soll mit einem Sanierungsprogramm namens "Turnaround" wieder profitabel werden.

Ausblick und Reaktionen

Für Freitag rechnet Lufthansa mit einer Rückkehr zum normalen Flugplan, doch die Spannungen zwischen Gewerkschaften und Management bleiben bestehen. Niggemann setzt auf weitere Gespräche, argumentiert aber, dass Kostenerhöhungen kontraproduktiv für die Perspektiven der Beschäftigten seien. Die Gewerkschaften beharren auf ihren Forderungen, wobei Ufo einen tariflichen Sozialplan für die bedrohten Jobs bei der Cityline verlangt. Die Passagiere müssen sich vorerst auf Unannehmlichkeiten einstellen, während der Konflikt um die Zukunft der Luftfahrtbranche weiter schwelt.

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