München feiert 150 Jahre Trambahn mit historischer Parade
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bereitet sich auf ein spektakuläres Jubiläum vor: Am 17. Oktober 2026 wird der 150. Geburtstag der Münchner Trambahn mit einer großen Parade gefeiert. Neun historische Züge, die derzeit in der Werkstatt restauriert werden, werden dann in einem festlichen Korso durch die Stadt rollen. Dieses Ereignis markiert den Höhepunkt eines ganzen Jubiläumsjahres, das mit zahlreichen Veranstaltungen die lange Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs in der bayerischen Landeshauptstadt würdigt.
Historische Züge werden für das Jubiläum flottgemacht
In der Tram-Werkstatt am MVG-Museum arbeiten Fachkräfte wie Hanno Etzbach, ein 46-jähriger Elektriker für Betriebstechnik, mit Hochdruck an der Instandhaltung der historischen Fahrzeuge. „Das Museum ist klimatisiert. Die Bahnen bleiben erhalten. Es ist aber gut, wenn sie ab und zu rollen“, erklärt Etzbach. Seine aktuellen Aufgaben umfassen das Schmieren von Teilen, das Prüfen der Bremsen und Schrauben sowie die Beschaffung von Ersatzteilen, um sicherzustellen, dass die Züge für die Parade in bestem Zustand sind.
Zu den Highlights der Parade gehören:
- Der A-Wagen von 1895 mit Holzbänken und Holzboden
- Der blau und cremefarben lackierte M-Wagen aus der Nachkriegszeit
- Die Tram R2.2a, die erst 2025 außer Dienst gestellt wurde
Diese Züge repräsentieren verschiedene Epochen der Münchner Verkehrsgeschichte und zeigen, wie sich die Technologie über die Jahrzehnte entwickelt hat.
Bürgermeister Krause lobt die Tram als Stück Identität
Bürgermeister Dominik Krause von den Grünen, der in Vertretung von Oberbürgermeister Dieter Reiter an der Vorstellung der historischen Züge teilnahm, betonte die Bedeutung der Trambahn für München. Trotz des schlechten Wetters am Dienstag bezeichnete er den runden Geburtstag als einen „freudigen Anlass“, insbesondere vor dem Hintergrund einer Renaissance der Straßenbahn in ganz Europa.
„Die Tram war immer da und ist ein Stück Identität. Sie ist ein modernes, verlässliches und effizientes Verkehrsmittel mit einer sozialen Komponente – ein Stück Heimat auf Schienen“, so Krause. Er verwies auf die 150-jährige Stadtgeschichte als eine „Fortschrittsgeschichte und Beziehungsgeschichte zwischen den Münchnern und ihrer Tram, mit Krisen, Schneechaos, Trennungsphasen und schließlich einem Happy End“.
Tram-Netz wächst auf fast 100 Kilometer
Parallel zu den historischen Feierlichkeiten treibt München den Ausbau des modernen Tram-Netzes voran. Aktuell wird das Netz im Westen und Norden erweitert und soll bald eine Länge von 100 Schienenkilometern erreichen. Bürgermeister Krause wird am Samstag zur Eröffnung des ersten Teilabschnitts der Tram-Westtangente in Laim erwartet, wo die Bauarbeiten sogar schneller als geplant verlaufen sind.
Ingo Wortmann, Geschäftsführer der MVG, unterstrich die richtungsweisende Entscheidung Münchens, die Trambahn zu erhalten: „Es ist richtig, dass München die Tram erhalten hat und nicht nur auf Bus und U-Bahn gesetzt hat, wie Hamburg und Berlin“. Diese bezahlbare und saubere Mobilitätslösung sei ein essenzieller Bestandteil des städtischen Lebens.
Die Anfänge der Münchner Trambahn
Die Geschichte der Münchner Trambahn begann im Jahr 1876, als die erste Pferde-Tram vom Promenadeplatz zur Maillingerstraße fuhr. Was einst als exotisches Verkehrsmittel galt, eroberte schnell die Herzen der Münchner und wurde zu einem festen Bestandteil des Stadtbildes. Heute, 150 Jahre später, verbindet die Tram nicht nur verschiedene Stadtteile, sondern auch Generationen von Fahrgästen.
Für Hanno Etzbach und seine Kollegen in der Werkstatt ist die Arbeit an den historischen Zügen eine besondere Leidenschaft, aber ihr Alltag besteht hauptsächlich aus der Reparatur moderner Fahrzeuge. „Es macht mir Spaß. Wir wissen, dass wir den Menschen einen Dienst erweisen, auch wenn das kitschig klingt. Die Leute sollen sicher und gemütlich Trambahn fahren“, sagt er. Diese Haltung spiegelt den Geist wider, der das Jubiläum prägt: eine Verbindung von Tradition und Moderne, die München auch in Zukunft mobil halten wird.



