Münchens ÖPNV-Krise: Experte fordert neue Betriebshöfe und Beschleunigungsprogramm
Münchens ÖPNV: Betriebshöfe und Beschleunigung als Lösung

Münchens Nahverkehr in der Krise: Experte nennt dringende Lösungen

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in München steht vor erheblichen Herausforderungen. Um die Zuverlässigkeit zu erhöhen und die Kosten zu senken, gibt es nach Ansicht von Andreas Frank, dem Vertreter des Fahrgastverbandes "Pro Bahn", klare und dringende Maßnahmen. Im Gespräch mit der AZ erläutert der Experte seine Vorschläge für eine nachhaltige Verbesserung des Münchner Nahverkehrsnetzes.

Betriebshöfe als Grundvoraussetzung für einen funktionierenden ÖPNV

Andreas Frank betont, dass die dringendste Forderung nicht etwa der Bau neuer U-Bahn-Linien oder Tramstrecken sei, sondern die Schaffung zusätzlicher Betriebshöfe. "Die brauchen wir dringend, um die Tram, die U-Bahn und die Busse zu warten", erklärt Frank. Derzeit fehle es an ausreichend Platz für die Wartung der Fahrzeuge, was zu vermehrten Störungen im Betrieb führe. Mehr Personal müsse für Instandhaltungsarbeiten eingesetzt werden, und die Kosten stiegen unnötig in die Höhe.

Geplant sind bereits ein neuer Tram-Betriebshof an der Ständlerstraße in Ramersdorf-Perlach sowie ein U-Bahn-Betriebshof in Neuperlach. Aus Franks Sicht schreiten diese Projekte jedoch nicht schnell genug voran. Die Stadt München müsse hier dringend Tempo machen, um die Grundlage für einen stabilen Nahverkehr zu schaffen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Beschleunigungsprogramm für Busse und Trambahnen

Eine weitere zentrale Forderung des Experten ist ein umfassendes "Beschleunigungsprogramm für Bus und Tram". Konkret bedeutet dies, dass die Stadtverwaltung systematisch analysieren müsse, wo Busse und Trambahnen im aktuellen Netz ausgebremst werden. Typische Hindernisse sind beispielsweise ungünstige Ampelschaltungen oder fehlende eigene Spuren für den öffentlichen Nahverkehr.

"Das kann den Betrieb wieder verlässlicher machen", so Frank. Durch gezielte Optimierungen ließen sich Fahrzeiten verkürzen und die Pünktlichkeit deutlich verbessern. Solche Maßnahmen sind zwar weniger spektakulär als große Infrastrukturprojekte, haben aber einen unmittelbaren positiven Effekt auf die Alltagstauglichkeit des ÖPNV.

Priorisierung von Tram-Projekten und Anbindung von Neubaugebieten

Positiv bewertet Frank, dass die politisch Verantwortlichen von Grünen und SPD trotz knapper Haushaltslagen an zwei wichtigen Tram-Projekten festhalten: der Tram Westtangente und der Tram Münchner Norden. "Eine Tram ist viel günstiger als eine U-Bahn", betont der Fachmann. Er hält auch eine neue Tram-Verbindung nach Daglfing für sinnvoll.

Besonders dringlich sei zudem die verbesserte Anbindung des Neubaugebiets Freiham. Hier könnten Expressbusse eine schnelle Lösung bieten. Allerdings weist Frank auch auf die Erwartungen der Bürger hin: "Versprochen wurde den Bürgern eigentlich eine U-Bahn". Die Stadt stehe hier in der Pflicht, zeitnah Fortschritte zu erzielen und die Verkehrsanbindung nachhaltig zu verbessern.

Zusammenfassend zeigt Andreas Frank auf, dass München für einen zuverlässigen und kosteneffizienten Nahverkehr nicht nur in neue Strecken, sondern vor allem in die grundlegende Infrastruktur und betriebliche Optimierung investieren muss. Nur so kann der ÖPNV den wachsenden Anforderungen der Metropole gerecht werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration