MVG-Warnstreik in München: Betriebsrat kritisiert Streikbrecher, Sonderverkehr für Pokalspiel
MVG-Streik: Betriebsrat kritisiert Streikbrecher in München

MVG-Warnstreik in München: Betriebsrat kritisiert Streikbrecher, Sonderverkehr für Pokalspiel

Der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr Münchens läuft am Mittwoch weiter, doch anders als am ersten Streiktag verkehren bestimmte Linien. Der MVG-Betriebsrat beklagt dabei das Auftreten von Streikbrechern, während die Münchner Verkehrsgesellschaft einen Sonderbetrieb für das DFB-Pokal-Viertelfinalspiel des FC Bayern gegen RB Leipzig in der Allianz Arena eingerichtet hat.

Betriebsrat äußert sich kritisch zu Streikbrechern

Bei der zentralen Streik-Kundgebung der Gewerkschaft Verdi an den Tramwerkstätten in der Einsteinstraße betonte Alfred Köhler, Vertrauensmann der Stadtwerke München und stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der MVG: „Heute ist kein Arbeitstag, heute ist Verdi-Streiktag!“ Er fügte hinzu: „Dummerweise haben wir in München Streikbrecher. Die U-Bahn vom Marienplatz bis Fröttmaning ist ab 10 Uhr in Betrieb gegangen.“ Köhler kritisierte, dass die Gewerkschaft Nahverkehrsgesellschaft den großen Verdi-Warnstreik boykottiere und betonte: „Reden ohne Streik ist kollektives Betteln, finde ich. Wir betteln nicht mehr.“

MVG bietet mehr Verkehr als erwartet

Die MVG teilte mit, dass sich mehr Mitarbeiter zum Dienst gemeldet hätten als erwartet, was ein besseres Angebot ermögliche. Seit 10 Uhr verkehren U-Bahnen auf dem Abschnitt zwischen Marienplatz und Fröttmaning. Bei der Tram konnten die stark nachgefragte Linie 20 sowie die Linie 25 nach Grünwald bereits um 6 Uhr den Betrieb aufnehmen, beide fahren im Zehn-Minuten-Takt bis etwa 13 Uhr. Beim Bus ist ein eingeschränkter Betrieb möglich, da private Busunternehmen nicht bestreikt werden. Etwa drei Viertel aller Busse sind unterwegs, auf einigen Linien im Zehn-Minuten-Takt, auf anderen in größeren Abständen.

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FC Bayern appelliert an Fans

Der FC Bayern München hat seine Fans eindringlich aufgefordert, die Anreise zum Pokalspiel gut zu planen und frühzeitig zum Stadion zu kommen. Auf der Plattform X schrieb der Verein: „Bitte plant eure Anreise zum DFB-Pokal-Viertelfinale gegen RB Leipzig entsprechend und brecht rechtzeitig Richtung Stadion auf!“ Die Allianz Arena öffnet ab 18:30 Uhr.

Sonderverkehr für Pokalspiel

Für das Pokalspiel hat die MVG einen Sonderbetrieb eingerichtet. Von 17:30 Uhr bis Betriebsschluss fahren U-Bahnen im Abschnitt Marienplatz-Fröttmaning in enger Taktung. Zusätzlich wird der Bus-Transfer von der S-Bahn-Station Donnersberger Brücke zum Kieferngarten aufgestockt, von dort ist die Arena fußläufig erreichbar. Nach dem Spiel fahren Busse bei Bedarf direkt zum Karlsplatz. Die MVG empfiehlt, Fahrgemeinschaften zu bilden oder Homeoffice zu nutzen.

Streikdetails und Bauarbeiten

Der Warnstreik dauert von 3:30 Uhr am Mittwoch bis 3:30 Uhr am Donnerstag. Betroffen sind U-Bahn, Tram und Buslinien bis Nummer 199. Die S-Bahn und Regionalzüge werden nicht bestreikt, sind jedoch ab 22:20 Uhr wegen Bauarbeiten zur Zweiten Stammstrecke stark eingeschränkt. Die nächste Tarifverhandlungsrunde zwischen Verdi und den kommunalen Arbeitgebern ist für Freitag angesetzt.

Hintergrund des Tarifkonflikts

Verdi fordert in Bayern eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Die bayerischen Städte lehnen dies als zu teuer ab und verweisen auf ein Angebot von mindestens fünf Prozent Entgelterhöhung. Der Streik soll Bewegung in die Verhandlungen bringen, nachdem der erste Warnstreik am 2. Februar zu erheblichen Einschränkungen führte.

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