MVG-Fundbüro versteigert Kurioses: Von Louis-Vuitton-Taschen bis Ultraschallgeräten
MVG versteigert Fundsachen: Von Luxus bis Kurios

Fundstücke mit Geschichte: MVG versteigert verlorene Schätze

Pietro Modica, der Leiter des Münchner MVG-Fundbüros, erhält durch seine Arbeit intime Einblicke in das Leben fremder Menschen. Jeden Tag landen in Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen zurückgelassene Gegenstände, die tiefe persönliche Geschichten erzählen. Am Mittwoch, dem 25. Februar 2026, kommen viele dieser Fundsachen unter den Hammer – darunter Wein, Champagner, Rauchzeug und sogar ein Paar Lust-Handschellen.

Emotionale Fundstücke und die Suche nach den Besitzern

Modica, der seit August 2024 das Fundbüro leitet, beschreibt seinen Beruf als „spannend und interessant“ mit einer emotionalen Komponente. „Hier bekommt man alle Lebensgeschichten präsentiert“, erklärt er. Manchmal tauchen er und seine Mitarbeiter beim Öffnen einer verlorenen Tasche tief in das Leben eines völlig unbekannten Menschen ein. In einem Rucksack fanden sie beispielsweise das geliebte Kuscheltier eines jungen autistischen Mannes, begleitet von einem namenlosen Fotoalbum. Das Team investierte erhebliche Energie in die Suche nach dem Besitzer, telefonierte sogar in Berlin – mit einem glücklichen Ende: Der junge Mann erhielt sein Kuscheltier zurück.

Versteigerung von 250 Losen per Livestream

Doch nicht alle Geschichten enden so positiv. Häufig fehlen Hinweise auf die Eigentümer, und nach einer Aufbewahrungsfrist von drei bis sechs Monaten gehen die Fundsachen in das Eigentum des Fundbüros über. Am Mittwoch um 11 Uhr werden 250 Lose online per Livestream versteigert. Das Angebot ist vielfältig: Handys, In-Ear-Kopfhörer, Laptops, MP3-Player, Wanderstöcke, Gehhilfen, Rollatoren, E-Bikes, Kinderwagen, Motorradhelme, Schuhe und Kleidung. Sogar Hörgeräte, die sicherlich vermisst werden, sind dabei.

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Highlights der Auktion: Von medizinischen Geräten bis Luxusartikeln

Zu den besonderen Stücken zählen eine Plattensammlung mit Plattenspieler, ein Cuatro Venezolano (ein ukulelenähnliches Instrument), ein „Schatzkoffer“ mit Geld verschiedener Währungen, ein mobiles Ultraschallgerät im Wert mehrerer Tausend Euro und eine dicke Kette aus 750er Gelbgold. Ein „Ü-18-Paket“ enthält Champagner, Wein, Tabak, Pfeifen und ein Paar Hand- oder Fußfesseln. Auch Taschen mit Louis-Vuitton-Aufdruck werden angeboten – ihre Echtheit ist ungewiss. Sogar Eheringe, die nie abgeholt wurden, finden neue Besitzer.

Modica betont die emotionale Herausforderung seiner Arbeit: „Es fällt schwer, wenn man Sachen wegwerfen muss, die einen hohen emotionalen Wert haben.“ Die Versteigerung bietet eine letzte Chance, diese verlorenen Schätze einem neuen Zuhause zuzuführen. Interessierte müssen sich bis zum 25. Februar 2026, 10 Uhr, anmelden, um mitbieten zu können.

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