ÖPNV nach Warnstreiks: Busse und Bahnen rollen wieder – aber nicht überall
Nach den umfangreichen Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi am Donnerstag, die den öffentlichen Personennahverkehr in Teilen des Landes lahmlegten, sind erste Busse und Bahnen wieder unterwegs. Allerdings ist die Rückkehr zum regulären Betrieb nicht flächendeckend, sodass Fahrgäste in einigen Regionen weiterhin auf den ÖPNV verzichten müssen.
Eingeschränkter Betrieb in Halle und Burgenlandkreis
In Magdeburg haben die Verkehrsbetriebe seit 2.30 Uhr den planmäßigen Linienverkehr wiederaufgenommen. Auch bei der Dessauer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft ist der Streik beendet, wie die Unternehmen mitteilten. Doch in Halle und dem Burgenlandkreis bleiben Busse und Straßenbahnen weiterhin in den Depots. Bei der Halleschen Verkehrs-AG (Havag) gilt von 5.00 bis 20.00 Uhr ein eingeschränkter Ersatzfahrplan.
Die Havag geht davon aus, dass am Montag, dem 2. März, mit Betriebsbeginn alle Linien wieder nach dem regulären Fahrplan verkehren werden. Bis dahin müssen sich Fahrgäste auf weiterhin eingeschränkte Verbindungen einstellen.
Gewerkschaftliche Forderungen im Fokus
Die Warnstreiks stehen im Zusammenhang mit den Tarifverhandlungen, bei denen die Gewerkschaft Verdi zentrale Forderungen stellt:
- Einführung der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich oder alternativ ein Wahlmodell, das längere Arbeitszeiten gegen finanzielle Vergütung, zusätzliche freie Tage oder Zeitgutschriften ermöglicht.
- Höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit, um die Belastungen der Beschäftigten angemessen zu honorieren.
- Verlässliche und ununterbrochene Ruhezeiten ohne Ausnahmen, um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.
- Verbesserungen für Auszubildende, darunter mehr Freistellungen für die Prüfungsvorbereitung und die Übernahme der Kosten für den Führerschein.
Diese Forderungen zielen darauf ab, die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr nachhaltig zu verbessern und die Attraktivität des Berufsfelds zu steigern. Die Rückkehr zum Normalbetrieb hängt maßgeblich von den weiteren Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern ab.



