ÖPNV-Streik in Sachsen-Anhalt: Vier Tage Stillstand im Nahverkehr erwartet
ÖPNV-Streik in Sachsen-Anhalt: Vier Tage Stillstand

Viertägiger ÖPNV-Streik legt Nahverkehr in Sachsen-Anhalt lahm

Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag, den 19. März, bis Sonntag, den 22. März 2026, einen umfangreichen Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) von Sachsen-Anhalt angekündigt. In Magdeburg wird der Arbeitskampf sogar bis in die frühen Morgenstunden des Montags, 23. März, andauern. Dieser Streik wird den Nahverkehr in mehreren Städten und Regionen des Bundeslandes voraussichtlich weitgehend zum Erliegen bringen und stellt Pendler, Schüler sowie Reisende vor erhebliche Herausforderungen.

Betroffene Verkehrsbetriebe und erwartete Ausfälle

Von dem Streikaufruf betroffen sind die kommunalen Verkehrsbetriebe in Magdeburg (MVB), Halle (HAVAG), Dessau-Roßlau (DVG) sowie die Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis (PVG). Die Gewerkschaft Verdi geht davon aus, dass der Nahverkehr „weitgehend zum Erliegen kommt“. Konkret bedeutet dies:

  • Magdeburg: Es wird voraussichtlich keinen regulären Straßenbahn- und Busverkehr geben. Ein eingeschränkter Notverkehr mit wenigen Linien wird derzeit geprüft.
  • Dessau-Roßlau: Weder Busse noch Straßenbahnen sollen fahren. Ein Ersatzangebot ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen.
  • Halle: Es wird erhebliche Einschränkungen geben, ein vollständiger Stillstand ist jedoch nicht zu erwarten. Ein Ersatzverkehr gilt als sehr wahrscheinlich, Details sollen zeitnah bekanntgegeben werden.
  • Burgenlandkreis: Kein regulärer Fahrbetrieb ist gewährleistet. Auch hier wird ein Notangebot geprüft.

Ob und welche Linien tatsächlich fahren, dürfte kurzfristig entschieden werden. Fahrgäste sollten sich daher vor Fahrtantritt bei den jeweiligen Verkehrsbetrieben über Internetseiten, Apps oder soziale Medien informieren.

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Praktische Auswirkungen und Alternativen für Betroffene

Für viele Menschen in Sachsen-Anhalt bedeutet der Streik massive Einschnitte im Alltag. Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie andere Fahrgäste müssen sich auf weitreichende Ausfälle einstellen. Die Verkehrsbetriebe raten, nicht notwendige Fahrten zu verschieben. Als Alternativen werden empfohlen:

  1. Die Nutzung von Auto oder die Bildung von Fahrgemeinschaften
  2. Das Ausweichen auf Fahrrad oder E-Scooter
  3. Wenn möglich, die Arbeit im Homeoffice

Wichtig zu wissen ist, dass die Schulpflicht grundsätzlich auch während eines Streiks gilt. Eltern müssen den Schulweg ihrer Kinder organisieren. Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Fehlen entschuldigt werden. Regionalzüge, S-Bahnen und Fernverkehr der Deutschen Bahn sind nicht vom Streik betroffen und sollen regulär verkehren.

Hintergründe des Tarifkonflikts und weitere Entwicklung

Hintergrund des Streiks sind festgefahrene Tarifverhandlungen im kommunalen Nahverkehr. Verdi fordert unter anderem eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, Entlastungen bei Arbeitszeiten und bessere Zuschläge. Die Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern vor, ein nicht verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt zu haben, das teils deutliche Verschlechterungen bei Arbeitsbedingungen und Sicherheiten beinhalte.

Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt äußerte sich kritisch: „Nach vier Monaten Verhandlung legen die Arbeitgeber ein Papier vor, das den Namen Angebot nicht verdient.“ Die Magdeburger Geschäftsführerin Birgit Münster-Rendel erklärte hingegen, die Arbeitgeberseite habe ein Angebot vorgelegt, das von Verdi jedoch nicht inhaltlich verhandelt worden sei. Stattdessen habe die Gewerkschaft die Gespräche abgebrochen.

Verdi zeigt sich grundsätzlich weiter verhandlungsbereit, fordert aber ein verbessertes Angebot. Die Arbeitgeber erwarten ebenfalls eine Fortsetzung der Gespräche. Neue Verhandlungstermine sind bislang nicht vereinbart, Verdi will jedoch weitere Termine anbieten. Die Gewerkschaft will die Streiktage nutzen, um das Angebot mit den Beschäftigten zu beraten. Anschließend soll die Tarifkommission über das weitere Vorgehen entscheiden. Weitere Streiks sind nicht ausgeschlossen.

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Grundsätzlich gibt es für Warnstreiks in Deutschland keine feste zeitliche Grenze, da das Streikrecht nicht detailliert gesetzlich geregelt ist. Entscheidend ist die Verhältnismäßigkeit im Einzelfall. Nach Angaben von Verdi sind daher auch wiederholte oder längere Warnstreiks möglich. Sollte sich der Konflikt weiter zuspitzen, könnte später eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik in Betracht kommen.