Polizei startet bundesweite Blitzermarathon-Woche: Kontrollen gegen Temposünder
Polizei startet bundesweite Blitzermarathon-Woche

Polizei intensiviert Geschwindigkeitskontrollen in bundesweiter Aktionswoche

In dieser Woche steht für Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland ein besonderer Fokus auf dem Tacho. Die Polizei startet von Montag bis Sonntag einen sogenannten Blitzermarathon mit verschärften Geschwindigkeitskontrollen im gesamten Bundesgebiet. Laut Angaben des ADAC beteiligen sich fast alle Bundesländer an dieser Maßnahme, nur das Saarland bleibt außen vor. Der Höhepunkt der Aktion, die auch als „Speedweek“ bezeichnet wird, ist für Mittwoch, den 15. April, geplant.

Ziel: Bewusstsein für Risiken schärfen

Die Polizei verfolgt mit dieser Kontrollwoche ein klares Ziel: Sie möchte die Gefahren von überhöhter Geschwindigkeit im Straßenverkehr stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. „Einerseits geht es darum, Geschwindigkeitsverstöße zu erkennen und zu ahnden, andererseits soll Aufmerksamkeit generiert werden“, erklärte das Polizeipräsidium Trier im Vorfeld. Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeiten zählen zu den häufigsten Unfallursachen, insbesondere bei tödlichen Verkehrsunfällen.

Die Kontrollen konzentrieren sich vor allem auf unfallträchtige Strecken sowie sensible Bereiche wie Schulen, Krankenhäuser und Baustellen, an denen eine reduzierte Geschwindigkeit besonders wichtig ist. Ein Blick in die Unfallstatistik unterstreicht die Dringlichkeit: Im vergangenen Jahr kamen nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes 2.814 Menschen auf deutschen Straßen ums Leben, was einem Anstieg von etwa zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 2.770 Todesopfern entspricht.

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Diskussion um langfristige Effekte

Ob Blitzermarathons nachhaltige Wirkung zeigen, ist in Fachkreisen umstritten. Eine Studie der Universität Passau, die alle 1,5 Millionen polizeilich gemeldeten Verkehrsunfälle zwischen 2011 und 2014 analysierte, kam zu dem Ergebnis, dass temporär verstärkte Kontrollen Fahrerinnen und Fahrer nur kurzfristig zur Einhaltung der Regeln bewegen. Dauerhaft niedrigere Unfallzahlen ließen sich vor allem durch eine permanente Geschwindigkeitsbegrenzung erreichen.

ADAC sieht positive Sensibilisierung

Der ADAC bewertet die Kontrollaktion grundsätzlich positiv. Die intensive Medienberichterstattung sorge nicht nur bei denen für Sensibilisierung, die tatsächlich geblitzt werden. „Die Geschwindigkeit muss stets an die Umgebung angepasst werden. In diesem Sinne ist ein Tempolimit als verbindliche Grenze und nicht als bloße Empfehlung zu verstehen“, betonte ADAC-Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino.

Wer in eine Radarfalle gerät, muss mit den üblichen Sanktionen rechnen – dazu zählen Bußgelder, Punkte in Flensburg und gegebenenfalls ein Fahrverbot. Die nächste „Speedweek“ ist bereits für den Zeitraum vom 3. bis 9. August geplant, was die Kontinuität solcher Maßnahmen unterstreicht.

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