Sicherheitskonferenz in Magdeburg: Mehr Schutz für Züge und Bahnhöfe geplant
Die Sicherheit in Zügen und an Bahnhöfen bleibt ein anhaltendes Problem in Sachsen-Anhalt. Bei einer Sicherheitskonferenz in Magdeburg haben sich Polizei, Verkehrsunternehmen, Gewerkschaften und politische Vertreter intensiv über mögliche Verbesserungen ausgetauscht. Im Fokus stehen dabei insbesondere der Schutz von Fahrgästen und Bahnmitarbeitern vor gewalttätigen Übergriffen.
Gewaltvorfälle als Auslöser für die Debatte
Hintergrund der Beratungen ist eine bundesweite Debatte, die durch den tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz Anfang Februar ausgelöst wurde. Auch in Sachsen-Anhalt gab es in den vergangenen Monaten mehrfach gewaltsame Übergriffe auf Zugbegleiter. Janina Pfeiffer, die Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), betonte, dass Gewalt oder Beleidigungen nicht nur in den Zügen selbst, sondern auch an Bahnhöfen oder entlang der Strecken ein ernstzunehmendes Problem darstellen. Mitarbeiter und Techniker würden immer wieder Ziel von Aggressionen.
Flexibilität beim Sicherheitspersonal und Bodycams als Lösungsansätze
Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP) verwies darauf, dass Sachsen-Anhalt bereits auf einem guten Weg sei, die Sicherheit zu verbessern. Allerdings sei noch Raum für Optimierungen, insbesondere bei der Flexibilität des Einsatzes von Sicherheitspersonal in den Zügen. Dies werde aktuell geprüft und könnte durch Anpassungen der Verträge mit den Verkehrsunternehmen umgesetzt werden. Zudem wird über die Ausweitung von Modellprojekten mit Bodycams nachgedacht, um die Präsenz und Abschreckung zu erhöhen.
Zivilcourage als wichtiger Faktor
Neben technischen und personellen Maßnahmen hob Janina Pfeiffer die Bedeutung von Zivilcourage hervor. „Wir können die Menschen mit Aggressionspotenzial nicht verändern“, sagte sie, aber es sei entscheidend, dass potenzielle Opfer stärker in den Fokus gerückt werden, um ein gesellschaftliches Umdenken zu fördern. Die EVG-Vorsitzende betonte, dass ein sicheres Umfeld nur durch das Zusammenspiel von professionellem Sicherheitspersonal, technischer Ausstattung und der Unterstützung der Fahrgäste erreicht werden kann.
Die Konferenzteilnehmer sind sich einig, dass weitere Schritte notwendig sind, um das Sicherheitsgefühl in den Bahnen nachhaltig zu verbessern. Die Prüfung der genannten Maßnahmen soll nun zügig vorangetrieben werden, um konkrete Ergebnisse zu erzielen.



