Sicherheitspersonal mit Schlagstock und Pfefferspray jetzt in Rebus-Bussen im Landkreis Rostock
Schwarzfahren wird im Landkreis Rostock ab sofort deutlich schwieriger und unangenehmer. Seit heute kontrollieren speziell ausgebildete Sicherheitsmitarbeiter der Firma BIP Dienstleistungen die Fahrkarten in den Bussen der Regionalbus Rostock (rebus). Die Teams sind mit ausziehbaren Schlagstöcken und einer Art Pfefferspray ausgestattet, setzen jedoch primär auf Deeskalation und Präsenz in den Fahrzeugen sowie an Haltestellen.
Geschult für Deeskalation trotz Bewaffnung
„Unsere Mitarbeiter sind zwar mit Schlagstock und Pfefferspray ausgerüstet, aber sie sind vor allem speziell dafür ausgebildet, Situationen zu deeskalieren“, erklärte Geschäftsführer Christian Blümel bei der offiziellen Vorstellung der Kooperation am Montagvormittag in Güstrow. Ein anwesender Mitarbeiter bestätigte: „Wir sind sehr gut vorbereitet und konnten in fast 100 Prozent der Fälle eine Deeskalation erreichen.“ BIP ist bereits in Rostock, Schwerin, Berlin und Potsdam mit insgesamt 170 Mitarbeitern im Einsatz.
Keine Reaktion auf tödlichen Vorfall im Zug
Landrat Sebastian Constien betonte, dass diese Zusammenarbeit keine direkte Reaktion auf die Tötung des Zugbegleiters Serkan Çalar Anfang Februar ist. „Die Gespräche für eine Kooperation haben früher begonnen“, sagte er. Rebus-Geschäftsführer Thomas Nienkerk ergänzte, dass bereits seit dem Herbst der Markt nach Sicherheitsangeboten erkundet wurde. „Der Umgang in den Bussen ist leider nicht mehr so, wie wir ihn kannten. Der Ton ist rauer geworden, und unser Fahrpersonal erfährt zunehmend Respektlosigkeit.“
Höheres Sicherheitsgefühl und Einnahmesicherung als Ziele
Körperliche Übergriffe auf Fahrpersonal seien zwar selten, kämen aber vor, so Blümel. Häufiger seien Sachbeschädigungen an Fahrzeugen. „Es gibt ein großes Dunkelfeld mit aggressiven Fahrgästen oder solchen, die Füße auf die Sitze legen. Das führt dazu, dass Mitfahrende sich unwohl fühlen.“ Landrat Constien hob hervor: „Am Ende geht es auch um eine Steigerung der Fahrgastzahlen, und da gehört das Thema Sicherheit immer mit dazu.“ Konsequente Fahrscheinkontrollen in den 240 Bussen dienen zudem der Einnahmesicherung.
Mobile Teams im gesamten Liniennetz unterwegs
Ab sofort wird ein mobiles Team der BIP regelmäßig im gesamten Liniennetz von rebus eingesetzt. Ein Team besteht aus zwei Mitarbeitern, die in die Busse steigen, und einem Fahrer. Alle sind mit Funkgeräten ausgestattet, wobei der Fahrer den Kontakt zur Leitstelle hält. Die Schwerpunkte der Einsätze liegen auf stark genutzten Linien sowie Zeiten und Strecken, wo es in der Vergangenheit häufiger zu Konflikten kam, beispielsweise an der Bushaltestelle am Bahnhof Güstrow. Die Einsätze werden flexibel je nach Lagebild und Hinweisen aus dem Fahrbetrieb geplant.
Rebus verwies auf bestehende Sicherheitsmaßnahmen wie Videoanlagen in rund 90 Prozent der Fahrzeuge und eine erreichbare Leitstelle. Die Zusammenarbeit mit BIP soll diese Strukturen ergänzen und für ein höheres Sicherheitsgefühl bei Fahrgästen und Personal sorgen.



