Hohe Spritpreise treiben Rostocker in Busse und Bahnen: RSAG verzeichnet Fahrgastanstieg
Spritpreise treiben Rostocker in ÖPNV: RSAG mit mehr Fahrgästen

Hohe Spritpreise führen zu mehr Fahrgästen im Rostocker Nahverkehr

Die aktuell exorbitant gestiegenen Spritpreise infolge des Iran-Kriegs verändern das Mobilitätsverhalten in Rostock spürbar. Laut dem Portal clever-tanken.de liegt der Durchschnittspreis für einen Liter Diesel in der Hansestadt bei 2,07 Euro, für Super E10 werden 2,01 Euro fällig. Diese Entwicklung treibt immer mehr Bürger dazu, auf den Öffentlichen Nahverkehr umzusteigen.

RSAG verzeichnet deutlichen Fahrgastzuwachs

Beate Langer, Sprecherin der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG), bestätigt einen konkreten Anstieg: „In der vergangenen Woche haben wir zwei Prozent mehr Fahrgäste in unseren Verkehrsmitteln gezählt als in der Vorwoche.“ Das entspricht rund 3000 zusätzlichen Fahrgästen pro Tag. Die RSAG wirbt in den Sozialen Medien aktiv damit, aufgrund der hohen Spritpreise lieber Bus und Bahn zu nutzen.

Deutschland-Ticket als attraktive Alternative

Ein wesentlicher Faktor für die gestiegene Nutzung ist das Deutschland-Ticket. Mit umgerechnet 2,10 Euro pro Tag bietet es ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis und ist je nach Tagespreis sogar günstiger als ein Liter Diesel. „Über 80 Prozent unserer Ticketumsätze werden mit dem Deutschland-Ticket erzielt“, erklärt Langer. Der Preis des Tickets ist bis Ende 2026 festgelegt, was Planungssicherheit für die Nutzer bietet.

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Rebus im Landkreis beobachtet Entwicklung mit Verzögerung

Im Landkreis Rostock zeigt sich die Situation anders. Thomas Nienkerk, Geschäftsführer der Regionalbus Rostock GmbH (Rebus), berichtet: „Derzeit beobachten wir noch keinen belastbaren Anstieg der Fahrgastzahlen infolge der aktuell gestiegenen Spritpreise. Solche Entwicklungen zeigen sich erfahrungsgemäß nicht unmittelbar, sondern erst mit zeitlicher Verzögerung.“ Dennoch betont Nienkerk, dass steigende Kraftstoffpreise auch Verkehrsunternehmen wie Rebus betreffen, da Diesel weiterhin ein relevanter Kostenfaktor im Busbetrieb ist.

Umstellung auf alternative Antriebe schreitet voran

Beide Verkehrsunternehmen setzen verstärkt auf nachhaltige Antriebstechnologien. Die RSAG hat seit 2023 keine Dieselbusse mehr gekauft und stellt ihre Flotte schrittweise auf Biomethan- und Elektroantrieb um. Bereits ein Drittel der Busse fährt ohne Dieselkraftstoff. Die Straßenbahnen sind ohnehin klimaschonend mit Strom unterwegs.

Rebus baut ebenfalls seine alternative Antriebstechnologie kontinuierlich aus. „Unsere Wasserstoffbusse sind von den aktuellen Dieselpreisentwicklungen weitestgehend unabhängig und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Stabilität und Nachhaltigkeit unseres Angebots“, so Nienkerk.

Keine kurzfristigen Fahrpreiserhöhungen geplant

Trotz der gestiegenen Betriebskosten geben sowohl RSAG als auch Rebus Entwarnung: Eine kurzfristige Preiserhöhung der Fahrkarten ist nicht geplant. Dies gilt insbesondere für das Deutschland-Ticket, dessen Preis bis Ende 2026 feststeht. Die Unternehmen setzen somit auf Kontinuität und Verlässlichkeit für ihre Fahrgäste in unsicheren Zeiten.

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