Ver.di-Warnstreik legt Busverkehr im Burgenlandkreis lahm - Schülerverkehr betroffen
Warnstreik: Busse im Burgenlandkreis fallen aus

Ver.di-Warnstreik legt Busverkehr im Burgenlandkreis komplett lahm

Im Burgenlandkreis müssen sich Fahrgäste des öffentlichen Personennahverkehrs ab Donnerstag auf massive Einschränkungen einstellen. Die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) hat ihre Mitglieder zu einem vier Tage dauernden Warnstreik aufgerufen, der den gesamten Busverkehr der Personenverkehrsgesellschaft (PVG) Burgenlandkreis zum Erliegen bringt.

Schülerverkehr fällt komplett aus - Behindertenfahrdienst als Ausnahme

Die Kreisverwaltung des Burgenlandkreises bestätigt, dass von Donnerstagmorgen um 3.30 Uhr bis Sonntagabend um 23.59 Uhr keine Busse der PVG fahren werden. Besonders betroffen ist der Schülerverkehr, der während des gesamten Streikzeitraums komplett ausfällt. Lediglich eine Ausnahme bestätigt die Kreisverwaltung: Der Behindertenfahrdienst nach Halle findet wie gewohnt statt.

Bereits am 2. Februar hatten Busfahrer der PVG im Burgenlandkreis gestreikt, nun folgt eine deutlich längere Unterbrechung des Verkehrs. Die Auswirkungen werden in Zeitz und im gesamten Burgenlandkreis spürbar sein, wo tausende Fahrgäste auf alternative Transportmöglichkeiten angewiesen sind.

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Tarifkonflikt: Ver.di fordert Arbeitszeitverkürzung

Hintergrund der erneuten Streikmaßnahmen sind festgefahrene Tarifverhandlungen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Die Gewerkschaft Ver.di kritisiert, dass die Arbeitgeber beim zentralen Thema der Arbeitszeitverkürzung weiterhin jede substanzielle Bewegung verweigern würden.

„Die Arbeitgeber lehnen das Thema Arbeitszeitverkürzung weiterhin kategorisch ab und haben zu weiteren Kernforderungen keine konkreten Alternativen vorgelegt“, erklärt Ver.di in einer Stellungnahme. Bezogen auf Sachsen-Anhalt betont die Gewerkschaft, dass auch nach der zweiten Verhandlungsrunde kein annehmbares Angebot vorgelegen habe. Erst durch den bisherigen Streikdruck sei das Thema Entlastung überhaupt zum Verhandlungsthema geworden.

PVG-Chef warnt vor Personalengpässen

PVG-Geschäftsführer Torsten Holm-Dankert äußert sich kritisch zu den Forderungen der Gewerkschaft. „Die Personaldecke ist überall in Deutschland angesichts des demografischen Wandels dünn, der öffentliche Dienst macht da keine Ausnahme“, so Holm-Dankert. Mit geforderten kürzeren Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich würde der PVG schlagartig Personal fehlen, was aus seiner Sicht absolut nicht leistbar sei.

Der PVG-Chef weist darauf hin, dass die Situation in einem ländlich geprägten Verkehrsbetrieb wie der PVG Burgenlandkreis nicht mit städtischen Betrieben vergleichbar sei. „Wir fahren nicht rund um die Uhr wie in der Stadt, weshalb der Schichtdienst kein Problem ist. Wenn, dann sind es die vielen Teildienste bedingt durch den Schülerverkehr“, erklärt Holm-Dankert. Trotz der aktuellen Streiks hält er die PVG für einen attraktiven Arbeitgeber, was sich an der sich stabilisierenden Personaldecke zeige.

Die Auswirkungen des Streiks werden voraussichtlich bis Sonntagabend anhalten, wobei unklar ist, ob weitere Arbeitsniederlegungen folgen werden, sollten die Tarifverhandlungen weiterhin keine Fortschritte zeigen.

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