Straßenschäden nach Winter: Kommunen in Ostdeutschland kämpfen mit Schlaglöchern und hohen Kosten
Winter hinterlässt Straßenschäden: Kommunen kämpfen mit Schlaglöchern

Straßenschäden nach Winter: Kommunen in Ostdeutschland kämpfen mit Schlaglöchern und hohen Kosten

In den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben die Kommunen nach dem Winter erhebliche Straßenschäden festgestellt. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt, dass viele Regionen deutlich mehr Schlaglöcher als in den Vorjahren melden, während die genauen Schadenshöhen oft noch nicht beziffert werden können.

Frost-Tau-Wechsel setzt Straßen zu

Besonders die häufigen Wechsel zwischen Frost und Tauwetter haben den Fahrbahnen zugesetzt. Sachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP) erklärte: „Der Winter ist zwar noch nicht vorbei, ich gehe aber davon aus, dass für die Schadensbeseitigung in diesem Jahr mehr Geld in die Hand genommen werden muss als in den Jahren zuvor.“ Durch Temperaturschwankungen um den Gefrierpunkt dringt Wasser in vorhandene Risse und Poren der Fahrbahndecken ein, gefriert, dehnt sich aus und zieht sich beim Auftauen wieder zusammen. Diese wiederkehrende Belastung führt vermehrt zu:

  • Schlaglöchern
  • Aufbrüchen
  • kleineren Schadstellen

Hohe Kosten für Städte und Landkreise

Die Städte Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau teilten mit, dass es mehr Schlaglöcher als in den Vorjahren gibt. Aus dem Landkreis Börde heißt es, die Schäden seien nach diesem Winter wesentlich höher als in den vergangenen fünf Jahren. Ähnlich wird die Lage im Landkreis Anhalt-Bitterfeld eingeschätzt. Im Saale-Holzland-Kreis in Thüringen bewegt sich der Schaden sogar im sechsstelligen Bereich, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Stadt Gotha geht davon aus, dass sich die Schäden in etwa verdoppeln.

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Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Im Landkreis Mansfeld-Südharz sind nicht mehr Schäden an den Kreisstraßen zu verzeichnen als in den vergangenen Jahren. Der Kreis rechnet mit etwa 40.000 Euro für witterungsbedingte Reparaturen.

Reparaturmethoden und Kosten

Kleinere Löcher werden vielerorts aktuell mit Kaltasphalt repariert. Der Landkreis Stendal erklärte: „Kaltasphalt ist aufgrund seiner Produkteigenschaften geeignet für Sofortreparaturen auch bei Minusgraden.“ Ab März kann dann Heißasphalt für Reparaturen eingesetzt werden.

Die Kosten variieren dabei stark. Das sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) erläuterte, dass für kleinere Ausbesserungen mit Kaltmischgut die Materialkosten bei etwa 1,- bis 2,50 Euro pro Kilogramm liegen. Ein Schlagloch von rund 40 Litern Volumen verursacht Materialkosten von ungefähr 140 Euro.

Lage in Thüringen und Sachsen

In Thüringen hat der Winter für etliche neue Hindernisse für Autofahrer gesorgt. Einige Landkreise wie Eichsfeld oder Nordhausen berichten von teils deutlichen Schäden auf ihren Kreisstraßen. Andernorts bewegten sich die Schäden aber im Bereich der vergangenen Jahre. Aus dem Weimarer Land hieß es, die Frostperiode in diesem Jahr sei vergleichsweise konstant verlaufen. Die Stadt Gera berichtete von einer überschaubaren Anzahl von Schlaglöchern - allerdings seien diese größer geworden, da vermehrt alte „Flickstellen“ aufbrechen.

Das Thüringer Infrastrukturministerium hat aktuell noch keinen Überblick darüber, wie stark der Winter den Landesstraßen zu schaffen machte. Die aktuelle Wintersaison läuft noch bis Ende April, erst danach wird eine Bestandsaufnahme gemacht.

Auch in Sachsen liegt ein Überblick über die Winter- und Frostschäden noch nicht vor. Erst bei der jährlichen Frühjahrsbefahrung nach Abschluss der Wintersaison stellt das LASuV gemeinsam mit den Landkreisen die Schäden fest. Bis dahin beheben die Landkreise akute Gefahrenstellen kurzfristig mit sogenannten Winterflickungen, bei denen Kaltmischgut zum Einsatz kommt.

Finanzierung und Einzelfälle

Die Mittel für die Reparaturen kommen laut LASuV aus dem regulären Budget, das Bund und Land für die Straßenunterhaltung zur Verfügung stellen. Besondere Mittel für Winterschäden gibt es nicht.

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Ein konkretes Beispiel zeigt die Dimension der Schäden: In Leipzig sorgte am Montagmorgen ein Schlagloch mit acht bis zehn Zentimetern Tiefe für eine stundenlange Straßensperrung in der Innenstadt. Die Reparatur kostete nach Angaben der Stadt etwa 1.500 Euro. In den Wochen zuvor war es bereits zu diversen Schäden im gesamten Stadtgebiet gekommen. Die Stadt geht daher von einer überdurchschnittlichen Schadensbilanz im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren mit eher milden Wintern aus, eine abschließende Bestandsaufnahme steht jedoch noch aus.