Zweitägiger Nahverkehrsstreik in München: MVG rät zu Alternativen
Zweitägiger Nahverkehrsstreik in München

Zweitägiger Warnstreik legt Münchens Nahverkehr lahm

Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag und Samstag, den 27. und 28. Februar 2026, einen bundesweiten Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ausgerufen. In Bayern sind insgesamt dreizehn Städte von den Arbeitsniederlegungen betroffen, darunter die fünf größten bayerischen Metropolen München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt.

Betroffene Städte und Verkehrsmittel

Neben den genannten Großstädten sind auch Fürth, Bamberg, Passau, Landshut, Schwabach, Bayreuth, Schweinfurt und Dachau vom Streik betroffen. In München werden, wie bereits bei vorherigen Ausständen, die U-Bahn, die Trambahn und alle Buslinien bis zur Nummer 199 bestreikt. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) teilte am Dienstag mit, dass S-Bahnen, Regionalzüge und MVV-Regionalbusse nicht von den Streikmaßnahmen erfasst werden.

Die MVG bereitet sich auf Basis eines Notfahrplans vor. Die Priorität liege dabei auf einer möglichst gleichmäßigen Verteilung der einsatzbereiten Busse im Netz, um eine stadtweite Grundversorgung abzusichern. Je nach Personalverfügbarkeit könnten außerdem einzelne Tram- und U-Bahn-Linien ganz oder abschnittsweise verkehren.

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Empfehlungen der MVG für Fahrgäste

Die MVG rät allen Fahrgästen dringend, am Streiktag auf alternative Verkehrsmittel auszuweichen. Konkret empfiehlt das Unternehmen:

  • Die Bildung von Fahrgemeinschaften
  • Die Nutzung von S-Bahnen und Regionalverkehr, sofern möglich
  • Die Planung von Homeoffice-Tagen
  • Frühzeitige Information über aktuelle Verkehrslagen

Aktuelle Informationen zum Streikverlauf und zu möglichen Fahrplanänderungen finden sich auf der Website mvg.de sowie in der App MVGO. Unter dem Punkt "Aktuelle Störungen" bzw. "Störungen" werden alle bekannten Informationen für Fahrgäste bereitgestellt.

Wirtschaftliche Kritik und tarifpolitische Forderungen

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) hat die angekündigten Warnstreiks als unverhältnismäßig kritisiert und deren Rücknahme gefordert. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt äußerte sich deutlich: "Die Gewerkschaft überspannt den Bogen bei weitem." Er forderte angesichts der "immensen streikbedingten Kosten" im Bereich der kritischen Infrastruktur eine verpflichtende Schlichtung, bevor es zum Arbeitskampf kommen könne.

Brossardt betonte, dass die Beeinträchtigungen des Berufsverkehrs Pendler und Unternehmen gleichermaßen hart träfen: "Das ist in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation unseres Landes nicht hinnehmbar." Er kritisierte zudem eine veränderte Streikkultur und eine arbeitskampffreundliche Rechtsprechung, die das Kräfteverhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Schieflage gebracht habe.

Tarifverhandlungen und Gewerkschaftsforderungen

Verdi fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen, die unter den Tarifvertrag fallen, unter anderem eine Entgeltsteigerung um 668,75 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. In der letzten Verhandlungsrunde am 13. Februar war es nach Einschätzung der Gewerkschaft zu keiner Annäherung gekommen.

Sinan Öztürk, stellvertretender Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, forderte die Arbeitgeber auf: "Statt die Forderungen als überzogen zurückzuweisen, sollten die Arbeitgeber endlich den Druck erkennen, der finanziell und aufgrund der Arbeitsbedingungen auf den Beschäftigten lastet, und Verhandlungen auf Augenhöhe mit uns führen."

Der Kommunale Arbeitgeberverband hatte die Warnstreiks zuletzt scharf kritisiert und die Gewerkschaftsforderungen als nicht erfüllbar bezeichnet. Der Verband warnte zudem vor möglichen Konsequenzen: Höhere Löhne würden zwangsläufig zu steigenden Fahrpreisen und einer Reduzierung des Verkehrsangebots führen.

Auswirkungen auf den Straßenverkehr

Bei vorherigen Warnstreiks waren die Beeinträchtigungen im Nahverkehr enorm. Teilweise gelang es den Verkehrsunternehmen zwar, Notfahrpläne zu organisieren oder auf einzelnen Strecken einen ausgedünnten Verkehr aufrechtzuerhalten. Dennoch war der Straßenverkehr durch deutlich stärkere Staus betroffen, da viele Pendler auf das Auto umstiegen.

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Fahrgäste sollten sich auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen und ihre Reisepläne entsprechend anpassen. Die MVG betont, dass selbst bei einem Notfahrplan nur eine Grundversorgung gewährleistet werden kann und empfiehlt daher dringend, alternative Verkehrsmittel in Betracht zu ziehen.