Erneuter Verkehrsstillstand: Verdi kündigt zweitägigen Warnstreik an
Nach dem bereits Anfang Februar durchgeführten Arbeitskampf steht der öffentliche Nahverkehr in Brandenburg erneut vor erheblichen Einschränkungen. Die Gewerkschaft Verdi hat für den kommenden Freitag und Samstag einen zweitägigen Warnstreik angekündigt, der weite Teile des Nahverkehrsnetzes betreffen wird.
Umfangreiche Betriebsbeteiligung
Laut Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Germanus sind insgesamt 16 Verkehrsunternehmen von der Streikaktion betroffen. Zusätzlich wurden zwei weitere Betriebe, darunter die Oberhavel Verkehrsgesellschaft, zum Streik aufgerufen. Die betroffenen Unternehmen decken nahezu das gesamte Brandenburger Nahverkehrsnetz ab und umfassen unter anderem:
- Uckermärkische Verkehrsgesellschaft
- Verkehrsbetrieb Potsdam
- Cottbusverkehr
- Havelbus Verkehrsgesellschaft
- Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel
- Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme Spreewald
- Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder)
Bereits im Februar hatten Beschäftigte dieser Unternehmen im Tarifstreit mit dem kommunalen Arbeitgeberverband die Arbeit niedergelegt, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte.
Kernforderungen im Tarifkonflikt
Im Zentrum des anhaltenden Arbeitskampfes stehen grundlegende Forderungen der Gewerkschaft Verdi. Diese umfassen insbesondere:
- Eine geringere Wochenarbeitszeit für die Beschäftigten
- Kürzere Schichtzeiten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen
- Längere Ruhezeiten zwischen den Dienstschichten
- Angemessene Lohnerhöhungen
„Es ist gut, dass die Arbeitgeber endlich ein Angebot vorgelegt haben. Von einer Lösung sind wir jedoch weit entfernt“, kommentierte Verdi-Verhandlungsführerin Germanus die aktuelle Verhandlungssituation. Die Arbeitgeberseite hatte zuletzt Entgegenkommen bei Arbeitszeit und Entgelten signalisiert, was nach Gewerkschaftsangaben jedoch bei weitem nicht ausreicht.
Arbeitgeber kritisieren Eskalation
Der kommunale Arbeitgeberverband Brandenburg reagierte mit scharfer Kritik auf die angekündigte Streikaktion. In einer Stellungnahme bezeichnete er den zweitägigen Warnstreik als „unnötige Eskalation“ des Tarifkonflikts.
„Das Volumen der Forderungen würde zu Personalkostensteigerungen von circa 27 Prozent führen“, erklärte der Arbeitgeberverband. Diese Belastung sei für die kommunalen Verkehrsunternehmen nicht tragbar und würde letztlich zu höheren Ticketpreisen oder reduziertem Angebot führen.
Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern ist für Dienstag, den 3. März, angesetzt. Ob bis dahin eine Einigung erzielt werden kann, bleibt angesichts der konträren Positionen beider Seiten ungewiss. Reisende in Brandenburg müssen sich auf erhebliche Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr vorbereiten.



