Ungarischer Pferdehändler realisiert Wohnpark in Neustadt-Glewe trotz bürokratischer Hürden
Neustadt-Glewe erhält in diesem Jahr dringend benötigten neuen Wohnraum. Der international erfolgreiche Pferdehändler und Unternehmer Gabor Györfi hat nach jahrelanger Vorbereitung und der Überwindung zahlreicher bürokratischer Hemmnisse den symbolischen Baustart für die nächste Ausbaustufe seines Wohnparks vollzogen. Es handelt sich um 20 neue Wohnungen, die teilweise barrierefrei bis zum Jahresende im Bereich der Lederstraße entstehen sollen.
Projektumfang und Baufortschritt
Mit dieser Ausbaustufe wird der Wohnpark insgesamt 64 moderne Wohnungen umfassen, nachdem in den vergangenen Jahren bereits zwei Bauphasen realisiert wurden. Das gesamte Projekt bewegt sich in einer Größenordnung von 2,5 Millionen Euro, wie Finanzberater Torsten Lubatsch von der Deutschen Vermögensberatung bestätigte.
Der Baustart erforderte noch etwas Vorstellungskraft, denn die Baustelle auf dem früheren Parkplatz des Lederwarenwerkes war tief verschneit und gefroren. Dennoch soll zügig ein Bauzaun aufgestellt werden, und sobald die Wetterbedingungen es zulassen, beginnen die eigentlichen Bauarbeiten. Die schnelle Bauweise wird durch die Holzrahmenbauweise ermöglicht.
Hohe Nachfrage und Mietpreise
Um die Vermietung der neuen Wohnungen machen sich Bauherren Gabor Györfi und seine Frau Lena wenig Sorgen. Bereits jetzt gibt es zahlreiche Interessenten für die Zwei- oder Drei-Raum-Wohnungen. Bei den Mietpreisen ist voraussichtlich von einer Größenordnung von 9,50 Euro netto kalt je Quadratmeter auszugehen.
Überwindung bürokratischer Hindernisse
Bürgermeister Steffen Klieme unterstützte den formalen Baustart, da die Stadt die Bemühungen um mehr Wohnraum stets befürwortet hat. Eigentlich sollte mit dem Bau der Wohnungen schon vor zwei Jahren begonnen werden, was jedoch aufgrund zahlreicher bürokratischer Probleme nicht gelang.
„Es gab wirklich lange Verzögerungen, leider auch mit dem Landkreis“, erklärte Klieme. „Wir haben alles Mögliche versucht, wir mussten die verschiedensten Gutachten machen. Andere Investoren, die Neustadt nicht so verbunden sind, wären längst abgesprungen und hätten uns einen Vogel gezeigt.“
Hintergrund war auch, dass sich der Umbau des alten „Hotels Glewe“, in dem sich bereits ein Teil der Wohnungen befindet, sehr lange hinzog. Dadurch verlor der Investor Fördermittel und muss nun deutlich höhere Zinsen zahlen. Bei dem aktuellen Neubauprojekt liefen die Genehmigungsverfahren wesentlich schneller.
Historischer Hintergrund und Integration
Hinter dem „Hotel Glewe“ verbirgt sich das frühere „Hotel Hanoi“, in dem zu DDR-Zeiten die vietnamesischen Gastarbeiter des Lederwarenwerkes untergebracht waren. Dieses Gebäude wurde in den vergangenen Jahren großzügig zu einem Wohnkomplex mit entsprechenden Fahrstühlen und moderner Ausstattung umgebaut.
Energieversorgung und Management
Die Energieversorgung der neuen Wohnungen ist durch Erdwärme gesichert, die in Neustadt-Glewe weit verbreitet ist. Das Management übernimmt die städtische Wobau mit Geschäftsführer Maik Rudolph. Interessenten können sich dort bereits für eine der Wohnungen anmelden.
Komplettes Wohnumfeld und regionale Bedeutung
Zum bereits bestehenden Teil des Wohnparks gehören ein Sportbereich, ein Spielplatz und eine Fläche, auf der Schafe grasen. Bürgermeister Klieme betonte: „Wir wissen aus den Untersuchungen, dass es im Städtedreieck Neustadt-Glewe, Ludwigslust und Grabow jetzt schon einen enormen Wohnbedarf gibt. Insofern sind wir froh über jeden Unternehmer, der diese Lücke füllt.“
Das Projekt kommt mit Unterstützung der Schweriner Sparkasse zustande. Gabor Györfi, der als Spitzenhändler für Sportpferde eng mit dem Gestüt Lewitz von Paul Schockemöhle zusammenarbeitet, ist zudem Mitglied in der CDU-Stadtvertretung und somit Parteikollege von Bürgermeister Klieme.



