35 Jahre Arbeitsgemeinschaft Fünfeichen: Gedenken an Kriegsopfer in Neubrandenburg
35 Jahre Gedenken an Fünfeichen: Arbeitsgemeinschaft feiert Jubiläum

35-jähriges Bestehen der Arbeitsgemeinschaft Fünfeichen: Ein lebendiges Mahnmal der Erinnerung

In Neubrandenburg wird derzeit ein bedeutendes Jubiläum begangen: Die Arbeitsgemeinschaft Fünfeichen feiert ihr 35-jähriges Bestehen. Diese Vereinigung widmet sich seit ihrer offiziellen Gründung im April vor 35 Jahren der Erinnerung an die Tausenden Menschen, die im Bereich der heutigen Gedenkstätte Fünfeichen ihr Leben verloren haben.

Historischer Hintergrund: Von Kriegsgefangenenlager zu Mahn- und Gedenkstätte

Wo sich heute die würdige Mahn- und Gedenkstätte erhebt, befand sich Mitte des vergangenen Jahrhunderts zunächst ein Kriegsgefangenenlager während des Zweiten Weltkrieges. In der Nachkriegszeit wurde das Gelände als sowjetisches Speziallager genutzt. Bei Suchgrabungen im März 1990 wurden im Waldgebiet östlich von Fünfeichen erschütternde Massengräber aus dieser Zeit entdeckt.

Seit 1993 erinnert die offizielle Gedenkstätte an die mehr als 10.000 Toten, die laut Angaben der Stadt Neubrandenburg auf den drei Grabfeldern im Wald von Fünfeichen ihre letzte Ruhe gefunden haben. Diese Zahl unterstreicht die historische Bedeutung dieses Ortes als Stätte des Gedenkens und der Mahnung.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Arbeitsgemeinschaft: Wachsende Gemeinschaft mit klarer Mission

Die Arbeitsgemeinschaft Fünfeichen hat sich von anfänglich rund 500 Mitgliedern auf heute mehr als 600 Personen vergrößert. Unter der Leitung der 84-jährigen Vorsitzenden Rita Lüdtke, die von Anfang an dabei war, kümmert sich der Verein um umfangreiche Erinnerungs- und Bildungsarbeit.

Zu den zentralen Aktivitäten gehören:

  • Regelmäßige Führungen durch die Mahn- und Gedenkstätte
  • Organisation von Gedenkveranstaltungen und Kranzniederlegungen
  • Historische Aufklärungsarbeit insbesondere für junge Menschen
  • Pflege des Kontakts zu Mitgliedern aus der gesamten Bundesrepublik

Jugend einbinden: THW-Helfer gestalten Jubiläumsgedenken

„Wir brauchen Jugendliche, die sich der Sache annehmen“, betont Rita Lüdtke nachdrücklich. Dieser Philosophie folgend waren kürzlich jugendliche Helfer vom Neubrandenburger THW-Ortsverband aktiv an der Gestaltung des Jubiläumsgedenkens beteiligt. Die jungen Ehrenamtlichen legten gemeinsam Kränze und Blumen zu Ehren der Toten nieder und hielten eine bewegende Schweigeminute ab.

Rita Lüdtke, die den THW-Mitgliedern ausführlich die Historie des Ortes erläuterte, bezeichnet die vergangenen 35 Jahre als „super Entwicklung“. Das gesamte Projekt funktioniere als gelungene Gemeinschaftsarbeit zwischen der Stadt Neubrandenburg und der Arbeitsgemeinschaft.

Persönliches Engagement: Freude an der Erinnerungsarbeit

Die bald 85-jährige Vorsitzende zeigt sich trotz ihres Alters weiterhin hoch engagiert. Auf die Frage, wie lange sie noch dabei sein wolle, antwortet sie: „Die Frage kann ich so einfach nicht beantworten, ich werde in einem Monat 85.“ Doch eines steht für sie fest: Das Engagement mache ihr „unheimlich viel Freude“.

Mit Blick auf das große Jubiläum beschreibt Rita Lüdtke ihre Gefühle als „wahnsinnig feierliches Gefühl“. Diese emotionale Verbundenheit spiegelt sich in der kontinuierlichen Arbeit der Vereinigung wider, die sicherstellt, dass die Erinnerung an die Opfer von Fünfeichen auch für kommende Generationen bewahrt bleibt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration