Das für kommende Woche geplante Konzert des US-Rappers Kanye West, der sich mittlerweile Ye nennt, in Neu-Delhi ist abgesagt worden. Der Veranstalter, das indische Eventunternehmen White Fox, bestätigte die Absage in sozialen Medien. Es sollte eine der größten Live-Produktionen jemals in Indien werden, doch nun bleiben die Fans vorerst ohne Auftritt.
Gründe für die Absage
Als Grund nannte White Fox entsprechende amtliche Anordnungen im Zuge der derzeitigen Hochalarm-Lage in der Hauptstadt. Was genau die Behörden zu dieser Anordnung veranlasst hat, blieb zunächst unklar. In der Mitteilung auf Instagram hieß es, die Sicherheit und das Wohlergehen der Besucher und der Bürger Indiens habe höchste Priorität während dieser sensiblen Zeit. Der Auftritt sei monatelang geplant gewesen, man respektiere jedoch die Vorgaben der Behörden und arbeite mit ihnen zusammen.
Bereits zuvor verschoben
Das für den 23. Mai geplante Konzert war zuvor bereits einmal verschoben worden. Ursprünglich sollte der Rapper schon Ende März in einem Stadion in Neu-Delhi auftreten. Damals wurde das Konzert nach Angaben des Organisators angesichts der bestehenden geopolitischen Situation und regionaler Spannungen umgeplant. Auch jetzt arbeite man daran, ein neues Datum für den Gig zu finden. Die bereits bezahlten Tickets würden erstattet, hieß es.
Ye: Kontroversen und Antisemitismus-Vorwürfe
Ye, gebürtig Kanye Omari West, gilt als einer der bedeutendsten Rapmusiker der Welt, sein Werk ist genre- und stilprägend. Auch seine Mode beeinflusste Millionen Menschen weltweit. In den vergangenen Jahren fiel der an einer bipolaren Störung leidende 48-Jährige jedoch zunehmend mit antisemitischen Äußerungen, einer Obsession mit Adolf Hitler und Nazisymbolik sowie mit seinem problematischen Verhältnis zu seiner Frau Bianca Censori auf. Zuletzt erschien ein Song von ihm mit dem Titel „Heil Hitler“, gleichzeitig gab es T-Shirts mit Hakenkreuz-Motiven in seinem Onlineshop zu kaufen. Anfang des Jahres bat Ye in Form einer ganzseitigen Anzeige im Wall Street Journal um Entschuldigung. „Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit“, behauptete der Ex-Mann von Kim Kardashian darin.
Weitere Absagen und Einreiseverbote
Großbritannien hatte dem US-Rapper jüngst die Einreise verweigert. Auch in Polen wurde ein Konzert von Kanye West abgesagt. In Frankreich strich er ein Konzert selbst. Die Kontroversen um den Künstler reißen nicht ab, und seine geplanten Auftritte werden zunehmend von Sicherheitsbedenken und politischen Spannungen überschattet.



