Apotheken-Protest in der Uckermark: Notdienst sichert Versorgung bei Schließungen
Apotheken-Protest in Uckermark: Notdienst bei Schließungen

Apotheken-Protesttag in der Uckermark: Notdienst gewährleistet Versorgung

In der Uckermark bleiben am Montag, dem 23. März, mehrere Apotheken geschlossen, um auf strukturelle Probleme des Berufsstands aufmerksam zu machen. Die beteiligten Einrichtungen betonen, dass die medizinische Versorgung der Patienten durch den organisierten Notdienst vollständig gesichert bleibt. Dieser bundesweite Protesttag richtet sich nicht gegen die Kranken, sondern soll die Politik für die prekäre wirtschaftliche Situation der Vor-Ort-Apotheken sensibilisieren.

Beteiligte Apotheken und ihre Beweggründe

In Prenzlau nehmen die Grüne Apotheke, die Park-Apotheke und die Delphin-Apotheke an der Aktion teil. In Gramzow schließt sich die Adler-Apotheke dem Protest an. Michael Kranz, Inhaber der Grünen Apotheke, erklärt dem Nordkurier: „Bundesweit wollen viele Apotheken so auf strukturelle Probleme aufmerksam machen. Die Versorgung mit dringend benötigten Medikamenten bleibt dennoch gesichert.“

Die Apothekerschaft fordert vor allem eine Anpassung der Vergütung für verschreibungspflichtige Medikamente. Seit 2013 erhalten Apotheken für die Abgabe eines solchen Arzneimittels eine feste Vergütung von 8,35 Euro pro Packung. Gleichzeitig sind die Betriebskosten – etwa für Personal, Energie und Bürokratie – in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Kranz erläutert: „Die Standesorganisation ABDA fordert daher eine Anhebung auf 9,50 Euro pro abgegebenem Rezeptarzneimittel sowie eine regelmäßige Anpassung an steigende Kosten.“

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Zukunft der Vor-Ort-Apotheken in Gefahr

Viele Berufskollegen befürchten, dass ohne strukturelle Veränderungen immer mehr Apotheken schließen müssten. Tatsächlich ist die Zahl der Apotheken in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. „Es geht um die Zukunft der Vor-Ort-Apotheken“, betont Michael Kranz. Die Apothekeninhaber aus der Region unterstreichen, dass der Protest nicht gegen Patienten gerichtet sei.

„Uns ist wichtig zu erklären, warum wir diesen Schritt gehen“, sagte Kranz. „Die Apotheken vor Ort sind ein wichtiger Teil der Gesundheitsversorgung. Damit das auch in Zukunft so bleibt, brauchen wir wirtschaftlich verlässliche Rahmenbedingungen.“ Ähnlich sieht es Inhaber Gernot Neumann von der Adler-Apotheke: „Aus meiner Sicht ist eine zeitnahe und angemessene Honoraranpassung unerlässlich, damit wir den Botendienst in der ländlichen Region rund um Gramzow aufrechterhalten können.“

Persönliche Beratung und schnelle Hilfe erhalten

Das Team der Park-Apotheke betont: „Viele Menschen erleben täglich, wie wichtig persönliche Beratung, schnelle Hilfe und die unmittelbare Versorgung mit Medikamenten sind. Genau dieses System möchten wir erhalten.“ Die Delphin-Apotheke beteiligt sich ebenfalls an der Aktion. Inhaber Orhan Kiziltas manifestierte: „Der Protest soll ein Signal an die Politik sein. Wir möchten konstruktiv darauf aufmerksam machen, dass die Rahmenbedingungen für Apotheken angepasst werden müssen.“

Auswirkungen auf Patienten und Wiedereröffnung

Für Patienten bedeutet der Protesttag vor allem, dass sie sich bei akuten Medikamentenbedarfen an eine Notdienstapotheke wenden müssen. Die beteiligten Apotheken haben sichergestellt, dass die Notversorgung lückenlos funktioniert. Am folgenden Tag, also dem 24. März, öffnen die beteiligten Apotheken wieder regulär ihren Betrieb. Die Aktion soll ein deutliches Zeichen setzen, ohne die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu gefährden.

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