Apotheken schließen bundesweit für einen Tag: Protest für höhere Vergütungen
Apotheken-Protest: Schließungen für höhere Vergütungen

Apotheken schließen bundesweit für einen Tag im Protest für höhere Vergütungen

Im politischen Ringen um Verbesserungen bei der Bezahlung haben zahlreiche Apotheken für einen Tag ihre Türen geschlossen. Dieser bundesweite Protesttag dient dazu, bei der Bundesregierung Druck für eine seit Jahren ausgebliebene Honoraranhebung zu machen. Für dringende Patienten-Anliegen sollen jedoch Notdienstapotheken geöffnet bleiben, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) im Vorfeld mitteilte.

Hintergrund des Protests: Forderung nach Honoraranpassung

Den Apotheken geht es primär darum, einen lange nicht erhöhten Fix-Bestandteil des Honorars von 8,35 Euro pro Packung auf 9,50 Euro anzuheben. Union und SPD hatten diese Erhöhung im Koalitionsvertrag vereinbart, die Umsetzung wurde jedoch aufgrund der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen zurückgestellt. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte kürzlich an, die Erhöhung nun anzugehen und im Frühjahr eine entsprechende Verordnung vorzulegen.

Kundgebungen und Demonstrationen in mehreren Städten

Neben den bundesweiten Apothekenschließungen finden heute zentrale Kundgebungen und Demonstrationen in Berlin, München, Düsseldorf und Hannover statt. Diese Aktionen sollen die öffentliche Aufmerksamkeit auf die finanzielle Notlage vieler Apotheken lenken und die Forderungen nach einer gerechteren Vergütung unterstreichen.

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Positionen der Krankenkassen und aktuelle Entwicklungen

Der GKV Spitzenverband der Kranken- und Pflegekassen fordert ebenfalls eine Vergütungsreform, allerdings differenziert nach der Größe der Apotheken. Absatzstarke Apotheken in stark frequentierten Großstadt-Vierteln sollen demnach einen geringeren Fixbetrag erhalten, während Apotheken mit geringerem Umsatz in ländlichen Regionen eine höhere Vergütung bekommen sollten. Es brauche keine pauschal höhere Vergütung, sondern eine bessere Verteilung, so der Verband.

Die Zahl der Apotheken schrumpft seit längerem kontinuierlich. Zum Jahresende 2025 gab es bundesweit noch 16.601 Apotheken, was einem Rückgang von 440 im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieser Trend unterstreicht die Dringlichkeit der Forderungen nach finanzieller Entlastung und strukturellen Verbesserungen im Apothekensektor.

Insgesamt zeigt der Protesttag die wachsende Unzufriedenheit in der Branche und den Bedarf an nachhaltigen Lösungen, um die Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität der Apotheken in Deutschland langfristig zu gewährleisten.

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