Apotheken-Protest im Norden: Viele bleiben am Montag geschlossen
Apotheken-Protest: Viele bleiben Montag geschlossen

Apotheken-Protest im Norden: Viele bleiben am Montag geschlossen

Am Montag werden zahlreiche Apotheken in Norddeutschland ihre Türen nicht öffnen. Die Apotheker setzen damit ein deutliches Zeichen für bessere Bezahlung und die Sicherung ihrer Existenzen. Betroffen sind die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Umfang der Schließungen im Norden

Nach Angaben der Apothekerverbände werden zwischen 75 und 80 Prozent der Apotheken in der Region geschlossen bleiben. In Hamburg betrifft dies die meisten der 349 Apotheken, in Schleswig-Holstein den Großteil der 551 Betriebe und in Mecklenburg-Vorpommern viele der 350 Apotheken-Betriebsstätten. Hans-Günter Lund, Vorsitzender des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein, erklärte: "In Nordfriesland ist beispielsweise nur der Notdienst besetzt."

Medikamentenversorgung bleibt gesichert

Trotz der umfangreichen Schließungen müssen sich Patienten mit dringendem Medikamentenbedarf keine Sorgen machen. Der Apothekennotdienst bleibt in allen Regionen gewährleistet. In Hamburg stehen beispielsweise acht Notdienstapotheken zur Verfügung. Alle größeren Kunden, darunter Senioreneinrichtungen, wurden vorab informiert, um sicherzustellen, dass niemand mit dringendem Bedarf vor verschlossenen Türen steht.

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Patienten können sich wie gewohnt über die Apotheken-Websites informieren. Durch die Postleitzahlen-Abfrage lässt sich der aktuelle Notdienst in der Nähe schnell ermitteln.

Hintergründe des Protests

Die Apotheker protestieren gegen eine chronische Unterfinanzierung ihrer Betriebe. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins, betonte: "Seit 13 Jahren wurde das Honorar bei der Abgabe von rezeptpflichtigen Medikamenten nicht mehr angepasst." Gleichzeitig seien die Personalkosten massiv gestiegen. Diese Situation habe bundesweit dazu geführt, dass fast jede fünfte Apotheke für immer schließen musste.

Die Apotheker fordern die Bundesregierung auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einzulösen. Dort wurde zugesagt, die flächendeckende Versorgung durch eine faire Vergütung zu sichern. Mit den Protesten wollen die Apotheker deutlich machen, wie wichtig ihre Präsenz für die Gesundheitsversorgung ist – sowohl in Großstädten als auch in ländlichen Regionen.

Apothekenlandschaft im Norden

Die betroffenen Bundesländer verfügen über eine bedeutende Apothekeninfrastruktur:

  • Hamburg: 349 Apotheken mit etwa 3.600 Mitarbeitenden
  • Schleswig-Holstein: 551 Apotheken mit etwa 6.000 Angestellten
  • Mecklenburg-Vorpommern: 350 Apotheken-Betriebsstätten mit mindestens 3.500 Mitarbeitenden

Bundesweit sind nach Angaben der Verbände etwa 160.000 Menschen in Apotheken beschäftigt. Die Protestaktionen finden nicht nur im Norden statt, sondern sind Teil bundesweiter Demonstrationen in Hannover, Berlin, Düsseldorf und München.

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