Apothekenstreik in Mecklenburg-Vorpommern: Über 80 Prozent geschlossen am Protesttag
Apothekenstreik in MV: 80 Prozent geschlossen am 23. März

Massiver Apothekenstreik trifft Mecklenburg-Vorpommern

Am Montag, dem 23. März 2026, werden Kunden in Mecklenburg-Vorpommern vor zahlreichen verschlossenen Apotheken stehen. Ein bundesweiter Protesttag führt im Nordosten zu erheblichen Einschränkungen in der Arzneimittelversorgung. Der Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern rechnet damit, dass sich mehr als 80 Prozent der Apotheken, die nicht zum Notdienst eingeteilt sind, an den Protestaktionen beteiligen werden.

Empfehlung zur vorherigen Arzneimittelbesorgung

Vor diesem Hintergrund rät der Verband dringend dazu, planbare Medikamente möglichst noch in der Woche vor dem Protesttag zu besorgen. Notdienstapotheken bleiben jedoch geöffnet und stellen die Versorgung in akuten dringenden Fällen sicher. Diese Maßnahme soll verhindern, dass Patienten mit dringendem Bedarf an Medikamenten ohne Hilfe bleiben.

Forderungen an die Bundesregierung

Der Apothekerverband MV appelliert mit Nachdruck an die Bundesregierung, die im Koalitionsvertrag vorgesehenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Apotheken zügig umzusetzen. Dabei müssen die regionalen Bedingungen der Gesundheitsversorgung unbedingt berücksichtigt werden. „Die Anforderungen an die Apothekenstruktur unterscheiden sich zwischen den Bundesländern erheblich. Das gilt insbesondere in Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern. Diese Perspektiven müssen in der Gesetzgebung deutlich stärker berücksichtigt werden“, betont der Verband in einer aktuellen Stellungnahme.

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Hintergrund des anhaltenden Protests

Bereits im vergangenen Jahr haben die Apotheker in Mecklenburg-Vorpommern mehrfach gegen die auf Bundesebene geplante Apothekenreform protestiert. Sie wiesen dabei wiederholt auf die gravierenden Auswirkungen auf die Versorgung im Flächenland hin. Besondere Verärgerung löste aus, dass die lange angekündigte und im Koalitionsvertrag von CDU und SPD fest vereinbarte Erhöhung des Apothekenpackungsfixums zumindest für das Jahr 2025 nicht mehr realisiert werden sollte.

Die Apotheker fordern daher nicht nur kurzfristige Lösungen, sondern eine nachhaltige und faire Gesetzgebung, die die besonderen Herausforderungen in strukturschwachen Regionen angemessen berücksichtigt. Der Streik am 23. März ist somit ein deutliches Signal an die Politik, endlich konkrete Schritte einzuleiten.

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