Die RFT BR25 ist ein Lautsprecher, der Ende 1984 vom VEB Musikelectronic Geithain entwickelt und auf der Leipziger Herbstmesse vorgestellt wurde. Sie war ein Meilenstein der DDR-Audiotechnik, da sie den bis dahin üblichen Klang im Heimbereich deutlich übertraf und sich durch eine saubere, pegelfeste Wiedergabe auszeichnete. In einem Markt mit geringer Auswahl war dies eine Besonderheit.
Robuste Verarbeitung und durchdachte Technik
Die solide Verarbeitung mit abgerundeten Gehäuse-Ecken und die Bassreflextechnik trugen ebenso zum Erfolg bei wie die durchdachte Abstimmung von Gehäuse, Bass- und Hochtonlautsprechern sowie der Frequenzweiche. Diese Kombination verlieh dem Klang ein ausgewogenes Profil, das auch moderne Musikfans überzeugt.
Verkaufsschlager BR25: Facelift und Export
Bis zur Wende entstanden etwa 650.000 Stück der BR25, womit sie zu den meistgebauten Lautsprecherboxen Deutschlands zählt. Nach der Produktion in Geithain wurde sie ab 1985 in den größeren Betrieben von Statron Fürstenwalde gefertigt. Ein beträchtlicher Teil der Produktion war für den Export in die BRD bestimmt, wo die Boxen über Elektronik-Händler wie Conrad Electronics verkauft wurden.
Weiterentwicklung: BR25E und BR26
Bereits 1985 wurde die BR25E auf der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt. Sie bot den gleichen Klangcharakter wie das Original, war aber optisch moderner gestaltet und damit wohnzimmertauglicher. Ein weiterer Schritt war die BR26, die 1987 präsentiert wurde. Technisch blieb sie nahe an der BR25, doch durch kleinere akustische Feinheiten – wie den weiterentwickelten Hochtonlautsprecher und eine leicht abgeänderte Frequenzweiche – sollte sie ein runderes Klangbild bieten. Die BR26 unterschied sich auch durch ein weicheres Gehäuse und eine abnehmbare Stoffabdeckung.
Klangliche und optische Unterschiede
In Sammlerkreisen und bei Liebhabern klassischer Audiotechnik gelten BR25, BR25E und BR26 als klanglich nahe beieinander. Jede Variante hat ihren eigenen optischen Reiz, und echte Unterschiede im Klang sind oft subjektiv wahrnehmbar.
Technische Daten und Klangqualität
Technisch sind alle Boxen als 2-Wege-HiFi-Bassreflexlautsprecher ausgelegt. Die Nennbelastbarkeit beträgt etwa 25 Watt, die maximale Belastbarkeit etwa 50 Watt bei einer Impedanz von 4 Ohm. Der Übertragungsbereich reicht von etwa 45 Hz bis 22 kHz, was für kompakte Lautsprecher eine erstaunlich tiefe und ausgewogene Wiedergabe ermöglicht. Schon damals galten sie als hervorragende Ergänzung zu Heim-Stereoanlagen, da sie im Bassbereich sauber wiedergeben und im Hochtonbereich beeindruckende Präzision erreichen.
Sammlerwert und heutige Nutzung
Heute sind BR25 und BR26 nicht nur Relikte vergangener Technik, sondern gesuchte Sammlerstücke. Auf Portalen wie Ebay oder Kleinanzeigen tauchen regelmäßig gebrauchte HiFi-Boxen auf, oft mit Hinweis auf guten Klang und Robustheit – auch wenn hin und wieder Teile erneuert werden müssen. Für viele Besitzer sind die Boxen Teil einer Geschichte, in der ostdeutsche Elektronik ihren Platz im Heim- und HiFi-Bereich behauptete, teils sogar im Westen Deutschlands. Die solide Technik macht die Kult-Boxen bis heute zu begehrten Klassikern, die weiterhin gerne bei verschiedenen Anlässen zum Einsatz kommen.



