Gift-Champagner mit Ecstasy: Freispruch für mutmaßlichen Dealer
Gift-Champagner: Freispruch für mutmaßlichen Dealer

Tragödie im Restaurant: Toter und acht Verletzte durch gepanschten Champagner

Ein tragischer Vorfall im bayerischen Weiden sorgt für Aufsehen: Bei einer feucht-fröhlichen Runde im Restaurant „La Vita“ starb ein Mann, acht weitere Gäste erlitten schwere Vergiftungen. Der Grund: Sie hatten unwissentlich Champagner getrunken, der mit flüssigem Ecstasy versetzt war. Am Montag endete der Prozess gegen den mutmaßlichen Drogendealer Theo G. mit einem Freispruch – ein Urteil, das bei den Hinterbliebenen für Bitterkeit sorgt.

Der Vorfall: Eine bestellte Flasche mit tödlichem Inhalt

Am 13. Februar 2022 bestellte eine Gruppe im Restaurant „La Vita“ eine 3-Liter-Flasche „Moët & Chandon Ice Impérial“. Der Wirt hatte die Flasche privat im Internet erworben – vermeintlich ein Schnäppchen für rund 500 Euro. Neun Gäste tranken von dem Champagner. Harald Z. (52) starb noch am selben Abend, die anderen acht überlebten schwer verletzt.

Ermittlungen: Flasche als Schmuggelbehälter für Ecstasy

Die Ermittlungen ergaben, dass die blickdichte Flasche dazu diente, flüssiges MDMA – die Droge Ecstasy – zu schmuggeln. Die Spur führte zum Niederländer Theo G. (46), der als Logistiker einer internationalen Drogenbande gilt. Aus seinem Bestand stammten mindestens 21 präparierte Flaschen. Offenbar wurde ihm der Champagner gestohlen und ahnungslos weiterverkauft.

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Prozess und Freispruch: Mangel an Beweisen

Theo G. wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Nach 21 Verhandlungstagen sprach ihn das Landgericht Weiden aus Mangel an Beweisen frei. Die Staatsanwaltschaft stützte sich auf einen einzigen Belastungszeugen, der sich in Widersprüche verstrickte. Richter Peter Werner betonte: „Nicht der Angeklagte muss seine Unschuld beweisen, sondern der Staat muss ihm die Schuld nachweisen.“ Die Anschaffung eines gebrauchten Porsche und einige Kurzreisen reichten als Indizien nicht aus.

Folgen für den Angeklagten: Krebsdiagnose im Gefängnis

Obwohl freigesprochen, hat Theo G. wenig Grund zur Freude. Während der 18-monatigen Untersuchungshaft wurde bei ihm Krebs im Endstadium diagnostiziert. Als Entschädigung erhält er 45 Euro pro Hafttag. Seine Verteidiger Alexander Stevens und Philipp Müller kritisierten die Ermittlungen scharf und forderten, den Gastwirt zur Verantwortung zu ziehen, der die Flasche ohne Prüfung weiterverkauft hatte.

Reaktionen und offene Fragen

Theo G. zeigte sich nach dem Urteil betroffen: „Ich verstehe, dass das Urteil für die Opfer schlimm ist, und sie tun mir wahnsinnig leid, aber ich hatte mit dieser Sache nie etwas zu tun.“ Der Fall wirft Fragen nach der Verantwortung von Wirten und der Sicherheit von online gekauften Lebensmitteln auf.

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