Jubiläum: Tausende Rettungsfahrzeuge aus Neubrandenburg für ganz Deutschland
Jubiläum: Rettungsfahrzeuge aus Neubrandenburg für ganz DE

Im Neubrandenburger Industriegebiet werden seit 25 Jahren Einsatzwagen für alle Bundesländer hergestellt. Die Firma Fahrtec Systeme feiert ihr Jubiläum und blickt auf eine beeindruckende Entwicklung zurück.

Vom Start mit 50 Mitarbeitern zum Erfolg

„Wir haben uns extrem vergrößert“, sagt Danilo Hüttel mit Blick auf die vergangenen 25 Jahre. Seit der Gründung im Jahr 2001 ist er als „Kind der ersten Stunde“ bei der Neubrandenburger Firma Fahrtec Systeme dabei. Gemeinsam mit seinem Bruder Markus Hüttel führt er die Geschäfte des Unternehmens. 2001 startete die Firma aus dem nordöstlichen Industriegebiet Neubrandenburgs eigenen Angaben zufolge mit rund 50 Mitarbeitern. Mittlerweile arbeiten knapp 200 Personen im familiengeführten Unternehmen.

Vom Ambulanzwagen zum Kernprodukt Kofferaufbau

Angefangen hat das Unternehmen mit dem Bau von verschiedenen Ambulanzfahrzeugen, zwischenzeitlich wurden beispielsweise auch Polizei- und Gefängniswagen gebaut. Mit der Zeit konzentrierte sich der Betrieb jedoch wieder auf das „Kernprodukt“: Kofferaufbauten – also Rettungsfahrzeuge, bei denen ein Kofferaufbau auf ein Fahrgestell gesetzt wird. „Wir bauen das, was der Kunde will, solange es technisch möglich ist“, betont Danilo Hüttel. Das Unternehmen bewerbe sich deutschlandweit auf Ausschreibungen von Städten oder Landkreisen, auch Hilfsorganisationen wie das DRK oder private Rettungsdienste bestellen Einsatzfahrzeuge. Jeder Rettungswagen „ist anders“, erklärt der Geschäftsführer. Zwar seien die Grundelemente gleich, je nach Kundenwunsch unterschieden sich jedoch die Kleinigkeiten von Fahrzeug zu Fahrzeug.

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Kunden aus ganz Deutschland und der Schweiz

Viele Kunden kommen aus Nordrhein-Westfalen. „Das Ruhrgebiet hat uns groß gemacht“, sagt Danilo Hüttel. Im Osten sei es schwerer gewesen, „da haben wir aber auch Fuß gefasst“. Auch für Neubrandenburg oder die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald werden immer wieder Fahrzeuge gefertigt. In die Schweiz habe das Unternehmen ebenfalls schon Rettungswagen geliefert, das sei das einzige Auslandsgeschäft. Sieben bis acht ähnliche Unternehmen gebe es in Deutschland, in Mecklenburg-Vorpommern stelle aber keine andere Firma Rettungsfahrzeuge her.

Bau eines Fahrzeugs dauert 850 Arbeitsstunden

Die Kofferbauten bestehen aus einer Aluminium-Gerippebauweise. Diese sei sicherer als alternative leichtere Bauweisen, erläutert Danilo Hüttel. Aktuell werden vor Ort Rettungswagen und Intensivtransportwagen gebaut. Das Fahrgestell ist dabei vorhanden, im Laufe des Prozesses wird dann der Koffer auf das Fahrgestell gesetzt. Auch die elektronische Verkabelung, die Isolierung, das Anfertigen von Möbeln oder das Bekleben gehören zu den Aufgaben, die in verschiedenen Schritten erledigt werden. Der Bau eines einzelnen Rettungswagens dauere knapp 850 Arbeitsstunden. Mit den Jahren habe sich die Bauzeit aufgrund der spezielleren Kundenwünsche verlängert. Zum Start vor 25 Jahren betrug die Dauer beispielsweise 600 bis 650 Stunden.

Jährliche Produktion und Aufbereitung

Circa 160 Neufahrzeuge werden im Jahr produziert, dazu kommen 80 bis 90 jährliche Umsetzungen und Aufbereitungen. Ein Rettungsfahrzeug aus Göttingen habe beispielsweise kürzlich die vierte Umsetzung bekommen, also „das vierte neue Leben“, sagt Fahrtec-Projektleiterin Steffi Kern. Vor 14 Jahren sei der Wagen ursprünglich gebaut worden. Solche Aufbereitungen seien auch mit Blick auf die Nachhaltigkeit wichtig, um Ressourcen zu schonen. Deutschlandweit seien aktuell tausende in Neubrandenburg produzierte Rettungsfahrzeuge unterwegs. Wie viele es genau sind, könne nicht gesagt werden. „Das sind schon große Stückzahlen“, sagt der Geschäftsführer.

Preislich mit einem Einfamilienhaus vergleichbar

Wenn die Rettungswagen eines Tages nicht mehr im Dienst sind, werden sie teilweise in anderen, auch außereuropäischen Ländern weitergenutzt. Manchmal verwandeln sich die Rettungsfahrzeuge nach der Ausmusterung auch in Wohnmobile. Für Privatpersonen dürfte sich eine Neuanschaffung aus diesem Grund jedoch finanziell kaum lohnen: Ein neuer Rettungswagen ist preislich mit einem kleinen Einfamilienhaus vergleichbar. Die beiden Rettungswagen für Neubrandenburg haben im Januar 2025 beispielsweise zusammen 820.000 Euro gekostet.

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