Scheinwerfer, Kameras, große Erwartungen – für viele gilt Germany's Next Topmodel als Sprungbrett ins Modelbusiness. Für Sophia Kade aus Schwerin liegt dieses Kapitel inzwischen hinter ihr. 2019 stellte sie sich dem Casting, schaffte es bis nach München. „Dann war halt Schluss“, sagt sie heute rückblickend. Enttäuscht klingt sie dabei nicht. „Vielleicht war ich in dem Moment einfach nicht gut genug.“ Geblieben sind vor allem Erinnerungen an die Bedingungen hinter den Kulissen: lange Wartezeiten, wenig Struktur, viel Chaos. „Wir standen draußen im Regen, mussten uns bei Sturm fertig machen. Es war schon ein ekliger Tag“, erzählt sie. Auch die Begegnung mit Heidi Klum blieb ihr eher negativ im Gedächtnis.
Sophia Kade: „Nie wieder GNTM!“
Im Zuge ihrer Teilnahme an der Miss & Mrs Deutschland Wahl spielte Kade kurz mit der Idee, es erneut bei GNTM zu versuchen. Doch die Entscheidung fiel anders aus. „Für mich ist das Thema durch, nie wieder GNTM“, sagt sie heute klar. Die amtierende Miss Mecklenburg-Vorpommern, Sophia Tijana Kade, nahm an der Wahl zu Miss & Mrs Germany 2026 teil. Die Teilnahme an der Miss & Mrs Deutschland Wahl war für Kade zunächst ein bewusster Schritt in ein neues Umfeld. „Ich wollte einfach mal etwas anderes ausprobieren“, sagt sie. Doch auch hier blickt sie kritisch zurück. Bewertungen seien für Außenstehende schwer nachvollziehbar. „Man weiß nie genau, wie bewertet wird“, sagt sie. Sichtbarkeit, Engagement und Investitionen spielten eine größere Rolle, als sie erwartet hatte. Für sie steht fest: Noch einmal würde sie auch diesen Weg nicht gehen. „Ich habe meine Erfahrungen gemacht.“
Kritik und klare Distanz zur „Modelmama“
Auch über Heidi Klum spricht Kade offen und ungewöhnlich deutlich. Schon beim Casting habe sie ein ungutes Gefühl gehabt. „Heidis Aura gibt mir nichts Gutes, sie wirkt sehr negativ“, sagt sie rückblickend über ihre Begegnung. Später habe sie sich intensiver mit Diskussionen rund um internationale Netzwerke und Vorwürfe gegen die bekannte Modelikone aus Deutschland beschäftigt, die in sozialen Medien kursierten. Diese hätten ihr Bild von der „Modelmama“ zusätzlich negativ geprägt. Kade betont, dass es sich um Informationen handle, die sie selbst aus dem Internet wahrgenommen habe und die Heidi Klums vermeintliche Anwesenheit in den Epstein-Akten thematisieren. Für sie persönlich sei damit eine Grenze erreicht gewesen. „Ich distanziere mich davon“, sagt sie. Eine erneute Teilnahme bei Germany's Next Topmodel komme für sie deshalb nicht infrage. Gleichzeitig hebt sie hervor, dass sie mit ihrer Haltung nicht angreifen, sondern ihre eigene Konsequenz zeigen wolle. Entscheidend sei für sie, sich in einem Umfeld zu bewegen, das sich richtig anfühle.
Wurde von Heidi Klum bei Instagram blockiert
Als sie ihre Meinung in den sozialen Medien thematisierte, wurde sie von Heidi Klums Instagram-Profil geblockt. Warum? „Ich habe keine Ahnung. Ich wusste bis dahin nicht einmal, dass sie meine Seite kannte“, sagt die amtierende Miss Mecklenburg-Vorpommern. Heute spricht Kade offen über ihre Erlebnisse – ruhig, aber deutlich. Rückhalt habe sie vor allem aus ihrer Community bekommen. „Viele fanden es gut, dass ich das so ausspreche.“ Für die Schwerinerin ist klar: Der Modelweg geht weiter – nur nicht mehr über Castings oder Wettbewerbe.



