Australischer Schokoladen-Pudding-Kuchen: Einfaches Winterdessert mit magischer Schichtung
Von Katharina James, Freie Autorin WELT Food
Doppelter Schokoladenpudding
Dass die Australier warme, reichhaltige Süßspeisen schätzen, ist unser großes Glück. In einem deutschen Winter fühlt man sich nach einer Portion dieses Pudding-Kuchen-Hybrids aus „down under“ wie sanft in eine wärmende Kuscheldecke eingewickelt. Besonders wenn man das Dessert mit einer Kugel Vanilleeis oder frischer Schlagsahne serviert.
Einfaches Rezept mit magischer Verwandlung
Dieses Rezept ist so simpel, dass wirklich jedes Kind es umsetzen könnte. Ich kann das mit voller Überzeugung sagen, denn ich bereite es seit meiner Kindheit nach Anweisungen zu, die ich in den Neunzigerjahren mit krakeliger Handschrift in eine Kladde notiert habe. Bis heute bin ich nicht müde geworden, mit dem Löffel in den fluffig-saftigen Teig zu graben und darunter die cremige Puddingpfütze zu entdecken.
Das Besondere: Die zweite Schicht entsteht wie durch Zauberei im Ofen. Man gibt eine flüssige Soße über den Teig, und nach etwa 35-40 Minuten Backzeit hat sich die Lage komplett umgekehrt. Oben befindet sich nun der saftige Kuchen, während sich unten der cremige Pudding gebildet hat.
Angelsächsische Tradition mit australischer Meisterschaft
Weiter als zu meiner persönlichen Kladde kann ich die Herkunft nicht zurückverfolgen, doch der Ursprung liegt vermutlich im angelsächsischen Raum. „Doppelte“ oder „self saucing“ Puddings sind eine herrliche Angelegenheit, die vor allem die Australier meisterhaft beherrschen. Erstaunlich, dass Menschen in einem Land mit ganzjährig milden Temperaturen solche warmen, reichhaltigen Süßspeisen so sehr schätzen – zum Vorteil aller, die in kälteren Regionen leben.
Der große Vorteil dieses Rezepts: Man muss nicht für exotische Zutaten das Haus verlassen. Vorausgesetzt, man hat Mehl, Butter, Eier, Zucker und Kakao vorrätig, kann man sofort loslegen. Das Dessert überzeugt in seiner Einfachheit, lässt sich aber auch verfeinern:
- Für erwachsene Gaumen: 1-2 Esslöffel Rum zur Soße geben
- Kaffeevariante: Die Hälfte des Wassers durch starken Kaffee ersetzen
- Besonders cremig: Vollmilch mit etwas Sahne mischen
Zutaten für 6-8 Personen
Für den Teig:
- 150 g Mehl
- 1 TL Backpulver
- 3 EL ungesüßtes Kakaopulver
- 110 g brauner Zucker
- 80 g Butter, geschmolzen
- 1 Ei
- 125 ml Vollmilch
Für die Soße:
- 170 g brauner Zucker
- 2 EL Kakao
- 375 ml kochendes Wasser
Zubereitung Schritt für Schritt
- Den Backofen auf 180 Grad Celsius (Umluft: 160 Grad) vorheizen.
- Mehl, Backpulver, Kakao und Zucker gründlich mischen – am praktischsten direkt in der Auflaufform, in der der Kuchen später gebacken wird.
- In einer separaten Schüssel geschmolzene Butter, Milch und Ei verquirlen.
- Die flüssige Mischung zu den trockenen Zutaten geben und mit einem Holzlöffel zügig verrühren. Kleine Klümpchen verschwinden während des Backens von selbst.
- Die Oberfläche glatt streichen und gleichmäßig mit der Mischung aus Zucker und Kakao für die Soße bestreuen.
- Das kochende Wasser vorsichtig über den Teig gießen – nicht umrühren!
- Die Auflaufform in den vorgeheizten Ofen stellen und 35-40 Minuten backen, bis oben ein fester Kuchen entstanden ist.
- Am besten schmeckt der Pudding-Kuchen warm direkt aus dem Ofen, serviert mit Schlagsahne oder einer Kugel Vanilleeis.
Tipp: Lassen Sie sich nicht von der flüssigen Konsistenz vor dem Backen irritieren. Die magische Verwandlung findet erst im heißen Ofen statt, wo sich die Schichten umkehren und der cremige Puddingboden entsteht.



