Faschingskrapfen mit Cremefüllung im Fokus der Lebensmittelüberwachung
Zur närrischen Faschingszeit locken Bäckereien mit süßen Versuchungen in allen Variationen. Besonders beliebt sind Krapfen mit Cremefüllung, doch genau diese stehen aktuell im kritischen Blickfeld der Lebensmittelbehörden. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat in seiner aktuellen Stichprobenuntersuchung alarmierende Ergebnisse veröffentlicht.
Elf von achtzehn Proben beanstandet
In dieser Saison wurden bisher 18 Proben von Krapfen mit Cremefüllung auf ihre mikrobiologische Beschaffenheit hin überprüft. Das Ergebnis gibt Anlass zur Besorgnis: Ganze elf dieser Proben mussten aus lebensmittelhygienischen Gründen beanstandet werden. Bei neun Untersuchungen stellten die Experten zu hohe Lagerungstemperaturen fest, die das Wachstum von Keimen begünstigen können. In zwei weiteren Fällen wurden erhöhte Keimzahlen nachgewiesen.
Nur eine einzige Probe wurde als "nicht zum Verzehr geeignet" eingestuft, und zum Glück wurden in keiner der untersuchten Proben Salmonellen gefunden. Dennoch wurden bei allen Beanstandungen umgehend die zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden informiert, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Cremefüllung als besonderes Risiko
Warum gerade Krapfen mit Cremefüllung problematisch sein können, erklärt das LGL mit deren speziellen Eigenschaften. Im Vergleich zu traditionellen Marmeladenfüllungen weist Creme einen deutlich niedrigeren Zuckergehalt und keinen verringerten pH-Wert auf. Beide Faktoren würden normalerweise das mikrobielle Wachstum wirksam eindämmen.
"Bei Cremefüllungen kann es durch mangelnde Hygiene zu einem erhöhten Wachstum von Erregern kommen", warnt das Landesamt. Einige dieser Keime könnten Magen-Darm-Erkrankungen auslösen, wobei Salmonellen als besonders gefährlich gelten.
Vergleich zum Vorjahr und Verbrauchertipps
Im Vergleich zur vorherigen Faschingssaison zeigen die aktuellen Zahlen eine deutliche Verschlechterung. Waren im Vorjahr bei 24 untersuchten Proben nur zwei wegen erhöhter Keimzahlen von Bacillus cereus beanstandet worden – ein Erreger, der meist nur milde Durchfallerkrankungen verursacht – so ist die Beanstandungsquote in dieser Saison deutlich höher.
Das LGL gibt Verbrauchern konkrete Ratschläge mit auf den Weg:
- Cremefüllte Krapfen sollten möglichst rasch nach dem Kauf verzehrt werden
- Bei längerer Aufbewahrung gehören die Gebäcke unbedingt in den Kühlschrank
- Besondere Sorgfalt ist bei Herstellung, Verarbeitung und Lagerung erforderlich
Neben den klassischen Varianten erfreuen sich in dieser Faschingszeit auch ausgefallene Kreationen großer Beliebtheit. Dazu zählen unter anderem Weißwurst-Krapfen, die am Faschingsdienstag in verschiedenen Münchner Traditionslokalen wie dem Hofbräuhaus oder den Augustiner-Wirtshäusern angeboten werden. Doch unabhängig von der Füllung gilt: Bei Cremespezialitäten ist besondere Vorsicht geboten.



