Fasten im Trend: Doch nicht für jeden geeignet
Die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Karsamstag erlebt in Deutschland einen regelrechten Boom. Immer mehr Menschen nutzen diesen traditionell christlichen Zeitraum, um bewusst auf bestimmte Genussmittel zu verzichten. Ursprünglich als religiöse Vorbereitung auf das Osterfest gedacht, steht heute oft der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund: Viele erhoffen sich durch den Verzicht auf Alkohol, Zucker, Nikotin, Fleisch, Wurst und Milchprodukte eine Reinigung des Körpers und ein verbessertes Lebensgefühl.
Medizinische Risiken beim Fasten nicht unterschätzen
Doch Mediziner und Gesundheitsratgeber warnen eindringlich vor möglichen Gefahren. Bei unkontrolliertem oder zu langem Fasten können verschiedene gesundheitliche Probleme auftreten. Zu den häufigsten Symptomen gehören allgemeine Schwäche, anhaltende Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten. Die Asklepios Kliniken weisen zudem auf Risiken wie Mangelerscheinungen, Muskelabbau und Kreislaufprobleme hin.
Besonders kritisch wird es, wenn der Körper durch das Fasten zu wenige Nährstoffe erhält. Laut den National Institutes of Health (NIH) kann dies bei bereits bestehender Vitamin- und Eiweißarmut zu Vitaminmangel und verstärktem Muskelabbau führen. Fleisch, das während der Fastenzeit oft gemieden wird, gilt als wichtiger Eiweißlieferant – ein Aspekt, der bei strengen Fastenmethoden berücksichtigt werden sollte.
Diese Personengruppen sollten auf Fasten verzichten
Nicht jeder Mensch ist für das Fasten geeignet. Medizinische Experten nennen klare Kontraindikationen:
- Schwangere und Stillende sollten laut Pronova BKK „auf gar keinen Fall fasten“, insbesondere nicht bei strengen Methoden wie Nulldiäten.
- Kinder und Jugendliche befinden sich noch in der Wachstumsphase und benötigen regelmäßige Nährstoffzufuhr.
- Menschen mit Essstörungen könnten durch Fasten ihre Erkrankung verschlimmern.
- Chronisch Kranke und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen müssen besonders vorsichtig sein.
Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) ergänzt diese Liste um Menschen mit schweren Herz- und Nierenerkrankungen, Krebserkrankungen oder Gallenproblemen. Für diese Gruppen kann Fasten gesundheitlich riskant sein und sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.
Unterschied zwischen Verzicht und strengem Fasten
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen moderatem Verzicht und extremen Fastenmethoden. Der Verzicht auf Alkohol oder Nikotin wird allgemein als gesundheitsfördernd angesehen und ist für die meisten Menschen unbedenklich. Problematisch werden kann es jedoch bei radikalen Ansätzen wie Nulldiäten oder sehr langen Fastenperioden ohne medizinische Begleitung.
Die Asklepios Kliniken betonen, dass besonders das „unkontrollierte Langzeitfasten“ mit erheblichen Risiken verbunden ist. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige ärztliche Kontrolle sind daher entscheidend, wenn man längere Fastenperioden plant.
Fazit: Fasten kann bei gesunden Menschen positive Effekte haben, sollte aber wohlüberlegt und gegebenenfalls unter professioneller Anleitung erfolgen. Risikogruppen müssen besonders vorsichtig sein oder ganz auf das Fasten verzichten. Im Zweifelsfall ist immer eine Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal zu empfehlen.



