Fastenzeit richtig gestalten: Expertenrat für gesunden Verzicht und sanfte Alternativen
Fastenzeit: Expertenrat für gesunden Verzicht und Alternativen

Fasten für Körper und Geist: Der richtige Start in die Zeit des Verzichts

Mit dem Aschermittwoch beginnt für viele Menschen die traditionelle Fastenzeit. Während einige bewusst auf Alkohol verzichten, entscheiden sich andere für eine kurze Fastenkur. Experten betonen jedoch, dass man dabei die gesundheitlichen Risiken im Blick behalten und vorab klare Ziele definieren sollte.

Wer fastet, sollte ausreichend trinken – mindestens 2,5 Liter pro Tag, raten Fachleute. Zudem ist eine strengere Fastenkur nicht für jeden geeignet. Die Fastenzeit bietet nicht nur die Möglichkeit, weniger Süßes zu essen, sondern kann Körper und Geist eine Art "Reset" geben.

Die Wahl der passenden Fasten-Methode

Ob man sich für eine kurze Fastenkur entscheidet oder über einen längeren Zeitraum auf Genussmittel wie Zucker oder Alkohol verzichtet – die Möglichkeiten sind vielfältig. Vor einer möglichen Fastenkur sollte man sich jedoch gut informieren und ärztlichen Rat einholen. Besonders beim "Heilfasten" warnen Experten vor gesundheitlichen Risiken.

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Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind hierzulande Heil-, Basen- und Intervallfasten weit verbreitet. Bevor man mit dem Fasten beginnt, sollte man kritisch die eigene körperliche Konstitution sowie etwaige Erfolgsversprechen prüfen, rät die Verbraucherzentrale.

Eine Alternative zu strengeren Fastenkuren kann der Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen wie tierische Produkte, Zucker oder Alkohol über einen bestimmten Zeitraum sein. Schon dabei können positive gesundheitliche Effekte bei Erkrankungen wie Rheuma oder Gicht eintreten.

"Die passende Fasten-Methode hängt stark von den persönlichen Zielen, dem Gesundheitszustand und dem Alltag ab", betont Daniela Krehl, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Moderate Formen haben den Vorteil, dass sie sich leichter umsetzen lassen und für viele Menschen besser geeignet sind als radikale Fastenkuren.

Vorbereitung und richtiger Zeitpunkt

Ein gut gewählter Zeitpunkt erleichtert das Fasten deutlich. Phasen mit starkem Stress, hoher beruflicher Belastung oder Krankheit sind ungünstig. Zur Vorbereitung sollte man einige Tage vorher leichter essen, Zucker, Alkohol und stark verarbeitete Lebensmittel reduzieren und realistische Erwartungen haben.

Diplom-Ökotrophologin Uta Toellner vom Verbraucherservice Bayern empfiehlt, sich über die Motivation des Fastens klar zu werden. Je nach Fastenmethode ist die Vorbereitung unterschiedlich, aber sinnvoll ist immer ein gewisser Essensplan, nach dem man vorgehen möchte.

Ärztliche Begleitung und sanfte Alternativen

Strenge Methoden wie das klassische Heilfasten, bei dem über mehrere Tage oder Wochen auf feste Nahrung verzichtet wird, sollten aus gesundheitlicher Sicht ärztlich begleitet werden. Moderaterere Ansätze wie Intervallfasten oder ein zeitlich begrenzter Verzicht auf bestimmte Lebensmittel sind für gesunde Erwachsene in der Regel auch ohne medizinische Begleitung möglich.

Beim Heilfasten wird auf feste Nahrung verzichtet, was zu Gewichtsverlust, aber auch zu Kreislaufproblemen und Muskelabbau führen kann. Eine Alternative ist das sogenannte Scheinfasten, bei dem man auf eine stark kalorienreduzierte Kost über wenige Tage setzt.

Das "Intervallfasten" kombiniert Ess- und Fastenzeiten, etwa im "16:8"-Rhythmus, bei dem die Nahrungsaufnahme täglich innerhalb von acht Stunden stattfindet. "Nach Einschätzung der DGE ist es keine Wunderlösung, kann aber für viele Menschen gut alltagstauglich sein", so Krehl.

Trinken, Bewegung und Entspannung

Während des Fastens sollte viel getrunken werden – mindestens 2,5 Liter pro Tag. Neben Wasser eignen sich Tees, leichte Obst- oder Gemüsesaftschorlen und klare Gemüsebrühe.

Eine wichtige Rolle spielt regelmäßige Bewegung, am besten an der frischen Luft. Leichte Spaziergänge oder Radfahrten können sich positiv auf Stimmung und Schlaf auswirken. Entspannungsübungen wie sanftes Yoga, Meditation oder Pilates fördern das Wohlbefinden.

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Wiedereinstieg in den Alltag

Die wichtigste Phase des Fastens ist der Wiedereinstieg in den Alltag. Anfangs sollte man nur wenig und leichte Nahrung wie Äpfel, Reis oder Getreidebrei zu sich nehmen. Die Verbraucherzentrale rät, zwei bis drei Eingewöhnungstage einzuplanen, um sich langsam wieder an die alltägliche Ernährung zu gewöhnen.

Nachhaltige Effekte entstehen nicht durch kurzfristigen Verzicht, sondern durch langfristig ausgewogenes Essen, betont Ernährungsexpertin Krehl. Daher sollte der Blick über die Fastenphase hinausgehen.