Schwedische Studie: Kann höherer Fleischkonsum Demenzrisiko bei APOE4-Trägern senken?
Fleischkonsum und Demenzrisiko: Neue Studie zu APOE4-Gen

Schwedische Langzeitstudie untersucht Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Demenzrisiko

Eine umfangreiche Langzeitstudie aus Schweden hat den möglichen Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und der geistigen Gesundheit im Alter untersucht. Im Zentrum der Forschung stand dabei insbesondere das sogenannte APOE-Gen, dessen Variante APOE4 das Alzheimer-Risiko deutlich erhöht. Schätzungsweise trägt etwa jeder vierte Mensch dieses genetische Merkmal, das oft als "Alzheimer-Gen" bezeichnet wird.

Studiendesign und Teilnehmergruppe

Die schwedische SNAC-K-Studie umfasste insgesamt 2.157 Personen ab 60 Jahren, die zu Beginn der Untersuchung keine Anzeichen von Demenz aufwiesen. Von diesen Teilnehmern trugen 569 die APOE4-Genvariante. Die Probanden wurden über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren wissenschaftlich begleitet, wobei die durchschnittliche Beobachtungsdauer bei etwa acht Jahren lag.

Die Forscher dokumentierten regelmäßig die Ernährungsgewohnheiten aller Teilnehmer und unterschieden dabei zwischen unverarbeitetem Fleisch wie Rind oder Geflügel und verarbeiteten Fleischprodukten wie Wurstwaren. Parallel dazu führten medizinische Fachkräfte regelmäßige Tests zu Gedächtnisleistung, Sprachfähigkeit und Denkgeschwindigkeit durch. Zudem wurde genau erfasst, welche Personen im Studienverlauf eine Demenzerkrankung entwickelten.

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Überraschende Ergebnisse bei APOE4-Trägern

Die Auswertung der Daten ergab ein bemerkenswertes Ergebnis: Bei Personen mit der APOE4-Genvariante zeigte sich ein höherer Konsum von unverarbeitetem Fleisch mit einer günstigeren Entwicklung der kognitiven Leistungsfähigkeit verbunden. Gedächtnis und Denkvermögen verschlechterten sich in dieser Gruppe deutlich langsamer. Besonders auffällig war, dass das Demenzrisiko in der Gruppe mit dem höchsten Fleischkonsum etwa 55 Prozent niedriger lag als bei jenen mit dem geringsten Verzehr.

Der positive Effekt manifestierte sich vor allem bei einem wöchentlichen Fleischkonsum von 800 bis 900 Gramm – einer Menge, die deutlich über den gängigen Ernährungsempfehlungen liegt. Bei Studienteilnehmern ohne die APOE4-Genvariante konnte hingegen kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und kognitiver Leistungsfähigkeit festgestellt werden.

Verarbeitetes Fleisch zeigt gegenteilige Wirkung

Ganz anders präsentierte sich die Situation bei verarbeiteten Fleischprodukten: Ein hoher Konsum von Wurst, Speck oder ähnlichen Produkten war im Vergleich zu geringem Verzehr mit einem etwa 14 Prozent höheren Demenzrisiko assoziiert – und dies unabhängig vom genetischen Status der Teilnehmer. Interessanterweise gab es zwischen rotem Fleisch und Geflügel keine wesentlichen Unterschiede in ihrer Wirkung auf die kognitive Gesundheit.

Wichtig zu beachten: Es handelt sich bei dieser Untersuchung um eine Beobachtungsstudie, die zwar Zusammenhänge aufzeigt, aber keine direkten kausalen Ursachen belegen kann. Die Ergebnisse werfen neue Fragen auf und sollten in weiteren kontrollierten Studien überprüft werden.

Die schwedische Forschung liefert damit wichtige Hinweise darauf, dass genetische Faktoren die Wirkung bestimmter Ernährungsbestandteile auf die Gehirngesundheit maßgeblich beeinflussen können. Besonders für Träger des APOE4-Gens könnten diese Erkenntnisse langfristig bedeutsam für präventive Ernährungsstrategien werden.

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