Greta Oto im Koenigshof: Kulinarische Reise über den Dächern Münchens
Eine Reservierung im Greta Oto ist stets eine gute Entscheidung. Das Restaurant befindet sich in der neunten Etage des Hotels Koenigshof und bietet einen einmaligen Panoramablick auf die Münchner Innenstadt, inklusive Stachus und Justizpalast. Das Küchenkonzept ist für ein Fine-Dining-Lokal ungewöhnlich: Hier werden über den Dächern der Stadt lateinamerikanische Gerichte serviert, die von bodenständig bis raffiniert reichen.
Hannes Reckziegel: Vom bayerischen zum lateinamerikanischen Küchenchef
Schon wenige Monate nach der Eröffnung übernahm Hannes Reckziegel die Küchenleitung von seinem Vorgänger Michael Cánepa. Reckziegel hat sich in München vor allem in der klassisch gehobenen Küche einen Namen gemacht, unter anderem im Restaurant Schwarzreiter und im Bogenhauser Hof, immer mit dem Stempel young bavarian cuisine. Die südamerikanische Küche war für ihn zunächst neu, doch die Vielfalt an exotischen Produkten, Fisch, Fleisch, Gewürzen, Säure und Schärfe reizte ihn. Das macht mir ganz viel Spaß, betont er, und diese Begeisterung überträgt sich auf die Gäste.
Kulinarische Highlights: Von Ceviche bis Wagyu
Die Speisekarte ist umfangreich und bietet Klassiker wie Ceviche in verschiedenen Varianten. Nicht fehlen darf die Guacamole für 18 Euro, die direkt am Tisch zubereitet wird. Als Gruß aus der Küche serviert Reckziegel eine feine Süßkartoffel-Kichererbsensuppe mit Piment d'Espelette, eine Mischung aus vertrauten Aromen und dezenter Schärfe.
Im family style werden die Gerichte in die Mitte gestellt, und die Gäste bedienen sich selbst. Zu den Empfehlungen gehören:
- Knusprige Roastbeef-Cracker mit karamellisierter Butter für 18 Euro
- Papayasalat mit Kokosnuss, Mandelmilch-Vinaigrette, Fingerlimes und Avocado-Eis für 19 Euro
- Gegrillter ganzer Pulpo mit frischer Kräutersauce für 48 Euro, der selbst Tintenfisch-Skeptiker überzeugt
- Yellowfin-Thunfisch mit Koriandercreme, Tamarinde und Kumquat für 32 Euro, ein Säure-Feuerwerk mit komplexer Aromatik
Rindfleisch ist in der lateinamerikanischen Küche essenziell. Die gegrillten Wagyu-Scheiben mit Chimichurri- und Salsa-Roja-Soße für 98 Euro sind marmoriert, perfekt gegrillt und bieten eine harmonische Mischung aus Röstaromen und cremigem Geschmack. Trotz der Fülle an leichten und frischen Gerichten lohnt sich das Dessert: karamellisierte Ananas auf Passionsfrucht mit Vanilleeis und Schokolade für 16 Euro.
Cocktails und Preis-Leistungs-Verhältnis
Für Cocktail-Liebhaber bietet die Bar klassische und kreative Optionen. Der Pisco Sour für 18 Euro wird mit Algenschaum statt Eiweiß gemixt und ist auch für Veganer geeignet. Noch besser schmeckt der Greta Oto Sour mit Rose und Hibiskus für 19 Euro, der den namensgebenden Schmetterling auf dem Schaum trägt.
Gehobene Küche hat ihren Preis, doch das Preis-Leistungs-Verhältnis im Greta Oto ist gut. Die lateinamerikanische Ausrichtung ist schwer mit anderen Fine-Dining-Restaurants zu vergleichen, aber die Qualität und Kreativität rechtfertigen die Kosten. Das Ambiente mit dem spektakulären Stadtblick ist ohnehin unbezahlbar. Weniger gehobene Restaurants mit ähnlicher Küche können in puncto Qualität nicht mithalten. Ein Besuch lohnt sich, um sich weiter durch die vielfältige Speisekarte zu probieren.



