Jodmangel erkennen und vorbeugen: Warum das Spurenelement lebenswichtig ist
Müdigkeit, ständiges Frieren und brüchige Nägel sind nur einige der Symptome, die auf einen Jodmangel hindeuten können. Doch warum ist Jod so wichtig für den Körper und wie lässt sich ein Defizit frühzeitig erkennen?
Warum der Körper Jod benötigt
Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement, das der Körper nicht selbst produzieren kann. Es muss daher über die Nahrung aufgenommen werden. Die Schilddrüse ist auf Jod angewiesen, um Hormone zu bilden, die zahlreiche Körperfunktionen steuern.
Professor Markus Essler, Experte beim Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner, erklärt: „Die Schilddrüsenhormone regulieren den Energiestoffwechsel, die Körpertemperatur, das Immunsystem und wichtige Prozesse im Gehirn.“
Ein dauerhafter Jodmangel kann die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führen. Dabei können sich Knoten oder sogar ein Kropf bilden.
Besondere Risikogruppen
Besonders gefährlich ist ein Jodmangel für Ungeborene und Kleinkinder, betont Essler, der auch Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Bonn ist. Eine Unterversorgung in dieser sensiblen Phase kann das Risiko für spätere Einschränkungen der intellektuellen Fähigkeiten und der Feinmotorik erhöhen.
Weitere Risikogruppen sind:
- Veganer, die auf tierische Jodquellen verzichten
- Schwangere und Stillende
- Kinder ab 13 Jahren
Wie man einen Jodmangel erkennt
Neben den genannten Symptomen können auch Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder ein empfindlicher Hals Warnzeichen sein. Professor Essler beschreibt: „Bei einer Jodmangelstörung werden Halstücher und Rollkragenpullis oft als drückend empfunden.“
Ein einfacher Urintest am Morgen kann Klarheit bringen. Bei Unsicherheit sollte man den Hausarzt konsultieren.
Jodreiche Lebensmittel
Um den Jodbedarf zu decken, empfiehlt sich der Verzehr folgender Lebensmittel:
- Milch und Milchprodukte
- Eier
- Meeresfisch wie Kabeljau oder Seelachs
- Meeresfrüchte wie Muscheln und Garnelen
Pflanzliche Lebensmittel wie Getreide, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte sind dagegen in der Regel jodarm. Von Algen als Jodquelle raten Experten wie die Verbraucherzentrale Bayern ab, da der Jodgehalt stark schwanken kann und eine überhöhte Aufnahme gesundheitliche Risiken birgt.
Empfohlene Jodzufuhr
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt folgende Referenzwerte an:
- 80 µg Jod pro Tag für Säuglinge unter 12 Monaten
- 90 µg Jod pro Tag für Kinder bis unter 7 Jahren
- 120 µg Jod pro Tag für Kinder bis unter 13 Jahren
- 150 µg Jod pro Tag für Jugendliche und Erwachsene
- 220 µg Jod pro Tag für Schwangere
- 230 µg Jod pro Tag für Stillende
Da die natürlichen Jodgehalte heimischer Lebensmittel oft nicht ausreichen, empfiehlt der BDN täglich jodiertes Speisesalz zu verwenden. Alternativ können Kaliumjodid-Tabletten oder Jodtropfen in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.
Jodierte Speisesalze im Test
Die Zeitschrift „Öko-Test“ hat kürzlich 20 jodierte Speisesalze untersucht. Die Preisspanne reichte von 0,29 Euro bis 19,45 Euro pro 500 Gramm. Nur fünf Produkte erhielten die Bewertung „sehr gut“, darunter zwei besonders günstige:
- Alnatura Meersalz mit Jod feinkörnig für 0,99 Euro pro 500 Gramm
- Saphir Meersalz jodiert für 0,75 Euro pro 500 Gramm
Ein Salz wurde mit „befriedigend“ bewertet, da erhöhte Arsen-Werte festgestellt wurden. Die restlichen 14 Produkte schnitten mit „gut“ ab, wurden aber wegen des Rieselhilfsmittels Natriumferrocyanid (E 535) abgewertet, das in Tierversuchen in größeren Mengen zu Nierenschäden führte.
Als Orientierungshilfe nennt die DGE: In Deutschland liegt der Jodgehalt bei 15 bis 25 mg Jod pro Kilogramm Salz. Ein gehäufter Teelöffel Jodsalz enthält somit etwa 100 µg Jod.



