Kaffee-Revolution aus Halle: FoodLab und Rösterei Roy entwickeln innovatives Kichererbsen-Getränk
Am Hansering in Halle (Saale) entsteht derzeit eine bemerkenswerte kulinarische Innovation. Das FoodLab der Universität Halle und die Rösterei Roy haben sich zusammengetan, um einen möglichen Kaffee der Zukunft zu entwickeln – basierend auf einem ungewöhnlichen Rohstoff: Kichererbsen.
Die Alchemie der Kichererbse
Matthieu Roy, 32-jähriger Inhaber der Rösterei, hält einige goldbraun geröstete Kichererbsen in der Hand. „Ein sanftes Zerbrechen in der Hitze – so zeigt die Kichererbse ihr bestes Aroma“, erklärt er. Die Hülsenfrüchte werden aufgeplatzt und sorgfältig geröstet, um ihr volles Geschmackspotenzial zu entfalten. Obwohl es sich nicht um Kaffeebohnen handelt, wendet Roy dieselbe professionelle Geste an: prüfen, riechen, bewerten.
Forschung und Praxis im Einklang
Im Hub am Weinbergcampus, wo das FoodLab der Universität Halle angesiedelt ist, gibt es kein traditionelles Röstfeuer. Stattdessen wird mit Brühwasser experimentiert, um die optimalen Zubereitungsmethoden für das neue Getränk zu erforschen. Diese Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlicher Forschung und handwerklicher Röstkunst könnte die Kaffeelandschaft nachhaltig verändern.
Bei einer Verkostung in der Rösterei Roy waren neben Matthieu Roy auch sein Bruder Matthias Roy sowie Melissa Arias und Urte Grauwinkel anwesend, um das innovative Getränk aus dem FoodLab zu probieren. Die ersten Geschmackstests verliefen vielversprechend, obwohl das Endprodukt noch nicht finalisiert ist.
Zukunftsperspektiven und Herausforderungen
Das Projekt steht noch am Anfang, aber die Vision ist klar: Ein nachhaltiges, pflanzenbasiertes Heißgetränk zu entwickeln, das sowohl geschmacklich überzeugt als auch ökologisch vertretbar ist. Kichererbsen bieten dabei mehrere Vorteile – sie sind reich an Proteinen, relativ einfach anzubauen und könnten eine interessante Alternative zu herkömmlichem Kaffee darstellen.
Die größte Herausforderung besteht darin, dem Getränk den charakteristischen Geschmack zu verleihen, den Kaffeeliebhaber schätzen. Hier kommen die Expertise des FoodLabs in Lebensmitteltechnologie und die jahrelange Erfahrung der Rösterei Roy in der Aromenentwicklung zusammen.
Für die Stadt Halle bedeutet dieses Projekt nicht nur eine kulinarische Innovation, sondern auch einen Beitrag zur regionalen Wirtschaftsförderung und Wissenschaft. Sollte das Kichererbsen-Getränk erfolgreich sein, könnte es neue Märkte erschließen und die Lebensmittelbranche bereichern.



